Arkivet, Thorvaldsens Museum

 
No. 4097 af 10246
Afsender Dato Modtager
Sulpiz Boisserée [+]

Afsendersted

Stuttgart

Afsenderinfo

Rødt laksegl med motiv, der kunne være en hjelm eller en bladet på en spade eller bred lanse?
Poststemplet ved afsendelsen fra Stuttgart: STUTT[GA]RT / 15 JAN [182]7 samt ved ankomsten til Rom: 27 GENN[ARO]

15.1.1827 [+]

Dateringsbegrundelse

Dateringen fremgår af brevet.

Bertel Thorvaldsen [+]

Modtagersted

Rom

Modtagerinfo

Udskrift: à / Monsieur / Monsieur le Chevalier Thorwaldsen / Sculpteur / Conseiller d’etat du Roi de Dannemarc / & c & c & c à / Rome.

Resumé

Kommentarerne til dette brev er under udarbejdelse.

Se original

Stuttgart am 15 Januar 1827.


Wir haben, verehrtester Herr und Freund, lange auf eine Gelegenheit gewartet, Ihnen die Fortsetzung unseres lithographischen Werks zuzusenden, da sich aber immer keine ergeben wollte, so konnten wir es am Ende nicht mehr ertragen, und haben wir daher am 18t November die 13te 14te 15te und 16te Lieferung in einer Kiste T N.423 nach Lindau an die Hr. Pfisters Erben gesendt, mit dem Ersuchen, Ihnen dieselben auf di[e] sicherste und billigste Weise zugehen zu lassen.

Hoffentlich werden Sie vor Ankunft dieses Briefs die Kiste in gutem Zustande erhalten haben, und werden Sie mit dem Inhalt ebenso zufrieden seyn, als mit den früheren Lieferungen. Was die Ausführung anbetrifft, so schmeicheln wir uns selbst, dass Sie noch einen bedeutenden Fortschritt gegen die früheren Lieferungen wahrnehmen werden. Wir haben bei diesem Werk viele Schwierigkeiten zu überwinden, aber es freut uns ungemein und wir finden unsere groeste Genugthuung darin, auf diesem Weege die Werke unserer nur zu lange vergessenen alten Meister zur allgemeinen Kenntniss und Achtung zu bringen. Ganz vorzüglich jedoch freut uns die Theilnahme und der Beifall eines so genialen, so edel und freigesinnten Künstlers wie Sie, da Sie mit Unbefangenheit und Liebe das Tüchtige aus jeder Zeit anerkennen, während Sie der Unsrigen durch Ihre herrlichen Schoepfungen die schoensten Denkmale setzen.

Den Text zu dem lithographischen Werke habe ich bisher immer noch zurükgehalten, weil ich auf meinen Reisen stets Gelegenheit gefunden, neue Beiträge zur Kunstgeschichte zu sammeln. Indessen werde ich doch wohl nun bald Hand an die Redaction legen und mir versagen müssen, vorher noch wenigstens Venedig und Florenz zu besuchen.

Mit dem Werk über die alte Kirchenbaukunst und namentlich über den Dom von Köln erlebe ich noch weit mehr Schwierigkeiten, so dass die 3te Lieferung erst in diesen Frühjahr wird erscheinen können. Ich hoffe jedoch das ganze im Jahr 1828 zu vollenden. Und nachher werde ich dann, will’s Gott, wohl an die Reise nach Italien denken und meine Arbeiten zu einer allgemeinen Geschichte der Malerei und der Baukunst ununterbrocken foerdern koennen.
Wir, mein Bruder, unser Freund Bertram und ich, wir haben recht oft durch Künstler und andere Reisende Grüsse von Ihnen empfangen, wofür wir herzlich danken, und wenn die Grüsse, die wir Ihnen auf ähnliche Weise gesendt haben, ebenso gut bestellt worden sind, So werden Sie sich überzeugt haben, dass wir Ihrer immer mit der lebhaftesten Theilnahme gedenken.

Ganz besonders haben uns die jungen hiesigen Bildhauer, die eine Zeitlang Ihren Unterricht genossen, von Ihnen erzählt. Die Bilder der Evangelisten, welche sie verfertigen, nehmen sich an Ort und Stelle unter der von oben herab beleuchteten Kuppel der BegraebnissKapelle recht würdig aus. Dannecker zögert noch mit seinem Johannes; er war bis zum Sommer gewiss 6 Monatlang sehr unpaesslich; nun aber seit dem Sommer ist er wieder wohl und heiter, und arbeitet recht fleissig. Er lasst sich Ihnen auf das freundlichste empfehlen, auch Wagner traegt mir die angelegentlichsten Empfehlungen auf. Er hilft Dannecker an einem GrabDenkmal für den Herzog von Oldenburg, beschaeftigt sich mit einigen Büsten, und hat nun auch Arbeiten für das neue Lustschloss Rosenstein übernommen, welches der Koenig eine kleine Stunde von hier am Ufer des Nekar’s bauen lassen. Für dieses Lustschloss hat ein junger talentvoller Mann hier aus dem Lande: Weisprecht genannt, ein Basrelief von 200 Fuss Länge und ca 3½ Höhe unternommen, worin er mit sehr viel Naivitaet Geist und Lebendigkeit die ländlichen Beschaeftigungen der vier Jahr[e]s Zeiten darstellt. Die Zeichnungen sind allerliebst, und das erste Viertel des Basreliefs, welches letzthin fertig geworden, verdient grosses Lob. Wenn die Arbeit vollendet ist, wird der Koenig ihn wohl nach Rom schiken; er war früher blos in Mailand und Florenz. Jetzt sind auch die jungen Maler mit Cartons zu FreskoMalereien für das Lustschloss beschaeftigt, und so giebt dieses fürstliche Bauwerk unserem kleinen Kunstkreis einiges Leben.

Ich habe in der letzten Zeit namentlich Herrn Rochette von Paris die besten Grusse an Sie aufgetragen. Er ist ein sehr ausgezeichneter Mann der das seltene Verdienst hat, auch die Vorzüge und Talente der jenigen anzuerkennen, die nicht zu seiner Nation gehoeren. Erinnern Sie sich meiner, wenn Sie ihn wieder sehen.

[Den resterende del af brevet er skrevet i margin p. 2-3:]

Herr Rapp und seine Familie gedenken noch immer die glücklichen Tage, wo sie Ihre Bekanntschaft gemacht haben, und bitten mich Sie auf das freundlichste zu grüssen. Sagen Sie von uns die besten Grüsse und Wünsche an alle gemeinschaftliche Freunde, an den guten Schlosser, für dessen Gesundheit ich sehr besorgt bin, an Overbech, Veit und wer sonst noch sich unserer mit Theilnahme erinnert.

Behalten Sie uns wie bisher, in gutem Andenken, und glauben dass wir Ihnen für’s Leben mit treuster Verehrung und Anhaenglichkeit verbunden sind

Sulpiz Boisserée.

N.S. Die Rechnung über die 11 u 12t, 13. 14 15 u 16te Lieferung zusammen Fl 74 betragend, ist, wie mir mein Bruder sagt in dem Kistchen beigepackt worden.

Arkivplacering
m12 1827, nr. 6
Sidst opdateret 10.05.2011 Print