The Thorvaldsens Museum Archives

 
No. 9802 of 10246
Sender Date Recipient
Johan Bravo [+]

Sender’s Location

Rom

10.11.1844 [+]

Dating based on

Dateringen fremgår af brevet.

Just Mathias Thiele [+]

Recipient’s Location

København

Information on recipient

Ingen udskrift.

Abstract

Kommentarerne til dette brev er under udarbejdelse.

See Original

Rom 10 Novbr 1844.

Lieber Thiele

Seit meiner Zurückkunft aus Livorno, den 25 v. M. ist mein Vorsatz, an Dich zu schreiben, durch ein oder andern Verhinderung hinausgeschoben, doch nun ist der Anfang gemacht und ich hoffe, heute ist Sonntag, damit fertig zu werden. Nach Dein Schreiben aus München vom 6 Oct. welches ich her vorfand, wolltest Du am 26. in Kop. eintreffen und ich sehe Euch Alle im Geist vereint mit den Eltern Deiner Frau und Deinen Kindern in dem Eszimmer, traulich sitzen. Ich möchte Euch heute Abend beim Thee überraschend so ganz unverhofft, eintreten und Euch einbilden wir wären in Frascati, ach nein das nicht, wenn es auch eine schöne Zeit war so waren die Eltern von Fräulein Auguste damals doch noch in großer Angst, besser gings in Albano und gar bis Aricia. Nun Gott sey Dank, es ist ja Alles gut gegangen und ich hoffe Du wie Deine Gemahlin, Fräulein Aagesen, kurz Alle befinden sich wohl, habt die Zeit der Angst und Sorge vergessen und lebt nur in Erinnerung der besseren Eindrücke welche die Reise auf das Gemüth gemacht. Ihr guten Menschen glaubt es nicht wie Ricci’s, Campana, die Landsleute, unser Wirtsleute bis auf Angela froh theilnehmend Deine Mittheilung aus München über die gänzliche Genesung Deiner Schwiegerin, entgegen nahmen. Daß ich Grüße zu bestellen habe versteht sich von selbst. Ueber mein liebes Ich, kann ich nur Gutes berichten, ich war bei der Einpackungsgeschäfte, ganz gehörig herunter gekommen, aber nachdem die Arbeiten in Livorno beendet, habe ich mit Dalgas und Frau einige Ausflüge über Land gemacht, dann die Freunde in Florenz besucht und hier zurück gekehrt, wurde ich fast beschrien wie wohl ich wieder aussehen, denn Alle hatten vor meiner Abreise geglaubt ich müßte krank in Livorno eintreffen. Siehst Du nun es war gut daß ich so viel zu thun hatten [sic], denn mir bliebt keine Zeit übrig krank zu seyn. Nicht wahr eine eigne Logik! Da dieser Brief nun zum Schluß ein bloßes Geschäftsschreiben wird, so erlaube vorher daß ich noch einen Augenblick schwatze, einen Fehler in dem ich gar leicht verfalle, per questo pazienza: Ich habe des guten Gamst, noch mit keiner Silbe gedacht, wie geht es ihm denn, daß Du grüßen wirst, setze ich ohnehin voraus, wäre er her, er sollte mit mir eine Zigarre rauchen, ma come [udtegnet], siehst Du geschrieben den Bommer, und Deine Frau, sie lacht oder ist gar böse, daß ich ihre guten Lehren so bald vergessen udmærket siger man) aber ich sehe bei mir ist Hopfen und Malz verlehren. Ma, tante Fame, verzeih lieber Thele ich schwatze im vollen Sinn des Wort, aber nochmals pazienza und verzeihe ich bin ausgelassen, froh, ohne eigentlich zu wissen warum, wenn es nicht der Gedanken ist, Du sey froh zufrieden und dankst Gott daß es uns wohl geht. – E. Meyer ist hier, vor 8 oder 10 Tage, eingetroffen, außer seine Grüße soll ich Dir sagen, er wird nächstens schreiben. Er ist noch froher als ich ihm in Altona getroffen Er will zum Sommer nach dem Orient, später Rußland und zuletzt Spanien besuchen. Er muß uns von seinen Reisen erzählen und thut es gerne, kurz er ist ein ganz anderer Mensch geworden. Gurlitt geht es wohl, sein Söhnchen war sehr krank und er mute eine andere Amme nehmen. Ich erinnere nicht, will er schreiben oder erwartet er einen Brief von Dir. Thöming ist noch in Neapel. Petersen grüßt, so auch Küchler, der mir in den Tagen der Noth, bei der Einschiffung, als ein wahrer Freund beigestanden. Winther geht es leider schlecht und die Aerzte fürchten für den Winther. Koop ist nun ganz entblößt und hofft auf Collin. Sonst sind die andern Landsleute nun alle vom Lande herein und wohlauf. In diesen Tagen hat uns auch ein Landsmann verlassen den Du kennst, G. Smith, ein Freund der Stampe. Er singt ein Klagelied über Italien wie man ihm überall betrogen; sarà colpa sua. Ein Cand. Theo. Hr Lassen scheint ein lieber Mensch zu seyn. Die Landsleute denken schon an Juleaften.

Gestern hatte ich ein Schreiben von Bissen vom 26, ich will das beste hoffen, bitte sag ihm vorläufig, ich hätte sein Schreiben erhalten und würde gleich Anstalten treffen daß er den Marmor nach Kop. bekommt. Auch hoffte ich daß er mein Schreiben vom 2 d. erhalten Der arme Junge klagt über die Schmerzen welche er durch die Beulen hat und Meyer sagt aus eigner Erfahrung, er müsse nasse Umschläge darauf legen. Deine Nachbaren Hr. u Frau Pauli habe ich in Livorno getroffen, sie hatte viel durch Krankheit gelitten und sind nun wohl schon wieder in Kop. Auf diese Dame komme ich später zurück.

Wir haben hier diese Zeit ein wahres diluvisches Wetter und die Tiber hat sehr hoch in den Straßen Roms gestanden Schlimmer ist es den armen Menschen in Florenz ergangen, wo der Arno 30 Fuß über seinen gewöhnlichen Stand gefluthet hat. Du wirst dieses gewiß schon aus den Zeitungen gesehen haben.

Nach deiner Zurückkunft wirst Du wohl erfahren haben daß nun die Geldangelegenheit mit Torlonia in Ordnung ist. Grade vor meiner Abreise sprach ich mit Campana u beklagte mich über den bösen Willen seiner Advokaten und er bat ich sollte Ricci zu ihm schicken. Man wollte alles aufschieben bis ich zurück kam, weil die ausgestellte Vollmacht von Graf v. Lützow auf Riccis u meinem Namen stand aber allein nichts ausrichten konnte. Ich ging darauf zu Lützow und bat ihm er möchte selber auftreten, welches er auch that u durch Ricci’s Klugheit u Campana guter Wille ging es endlich durch, so daß Thorv. eigentlich Nichts mehr bei Torlonia hat, sondern der Graf v. Lützow. Noch muß ich eins erwähnen um Mißdeutungen vorzubeugen, welches ich auch an Bissen schrieb, nemlich früher hatten wir die Absicht gehabt von dem Geld bei Torlonia 3 bis 4000 Scudi hier zu behalten um die nöthigen Ausgaben zu bestreiten, doch wie ich zuletzt sah, ich mußte früher Geld haben schrieb ich an Dalgas der mir auch 3000 Scudi sendete, welcher dieser nun wünscht von hier aus zurück zu erhalten. Der Graf v. Lützow hat nun nach Kop. geschrieben hier eine solche Summe zurück zu halten, wie ich dies früher gewünscht und ich möchte nicht daß man in Kop. eine andere Ursache hierin erblickt, daher diese Erklärung. Lieber Thiele ich sehe der Brief wird unendlich lang und alle Einlagen welche ich beabsichtige einzulegen werden es zu einem Pack heran wachsen lassen. Das Porto muß die Akademie tragen, daher an dieser auch ein Schreiben, wegen den übersendeten Sachen. Capito. Wir sind gegenwärtig beschäftigt, mit dem Fiscus wegen den Abgaben der Erbmasse zu unterhandlen, 2% will ich wohl geben aber nicht mehr und Graf v. Lützow hat mir zugesagt sonst bis zum Papst vorzudringen. Es sind Heulunken, früher waren sie hier als wenn wir ganz frei seyn sollten, jetzt kommen sie mit 8 von 100, doch hoffe ich sie lassen es nicht darauf ankommen. Morgen geht es in den Ateliers loß mit Aufstellen u ordnen der Staffelagen & zur öffentlichen Auktion. Das ist noch eine staubige Arbeit. Um nun einen Brief zu sparen, so bitte ich den Hr. Executoren zu fragen ob ich der Frau v. Paulsen einen Abguß des kleinen Alexander Zug machen lassen darf. Selbiger kostet bei dem Formatore 200 Scudi Ich habe der guten Frau versprochen darum zu schreiben, obgleich sie der Meinung ist, ich könnte dies ohne Vorfrage thun, doch ich will keine Verantwortlichkeit übernehmen. Ich gebe ihr von kleineren Basreliefen einen ganzen Theil um sie zufrieden zustellen; ferner bittet sie um einige Zeichnungen ihres Vaters, so wie einen Abguß der Skizze von der Reiterstatue Maximilians, die man mit Schiffgelegenheit nach Livorno senden möchte. Von den Skizzen, Guttenberg und den Löwen habe ich ihr Calchi machen lassen so auch von Thorv. Portraitstatue, wie ich in meinem Bericht angeführt sie wollte durchaus die Originalen haben. Sey so gut und besorge diesen Auftrag und daß ich Antwort darauf erhalte. Die Paulsen ist in diesen Augenblick wohl auf so lange es währet, sie hat sich eine sehr schöne Wohnung gemiethet und brillant möblirt.

Von Deinem übersendeten Wechsel habe ich Petersen 57 Scudi und 4 Paul bezahlt, welches wir er rechnete 60 Neapolitanische Piaster machen. Für den Wechsel erhielt ich 79 Scudi, so daß ich hier von 21 Scudi 60 Baj in Händen behielt, welche ich die nach Kaufmanns Ausdruck gut geschrieben habe. Ist es Dir nun nicht unangenehm so beginnen wir eine ordentliche Rechnung, so daß ich meine Zahlungen in Kop. in Deine Hände kommen lasse. Auf dem beifolgenden Blatte werde ich eine förmliche Rechnung anführen. In Deiner Kiste, welche mit der Fregatte abgegangen und die Du nun wohl schon entgegen genommen, habe ich Die den Inhalt bereits nach München unterm 21 Sept. aber wie ich glaube nicht vollständig mitgetheilt, daher hier die Wiederholung. Die Kiste hat die N 116 in dem überschickten verzeichniß [sic] wie Du wohl bemerkt haben wirst. Außer Deinen hier zurück gelassen Sachen habe ich eingelegt: Annali e Bulletins dell’ Instituto archeologica e Monumenti 1841 – 1843, wofür ich die Zahlung für die Masse von Thorvaldsen gemacht und welche Du dem Museum gefälligst abliefern wirst. In diesem habe ich drei unvollendete Zeichnungen von Camia nach Thorv. gelegt welche gleichfalls dem Museum gehören. Ferner für die Akademie, welcher Dir wie billig auch die Auslagen der Kiste zahlen sollte, Canina architettura die Tempi cristiani, 3 exemplare Canina Gedächnißrede auf Thorv. gehalten in der Akademia S. Luca, Sugli Obelische Torlonia und le Rime di Vittoria Colonna mit 2 Medaillen, so wie die Fortsetzung von Consoni, Raphaells Compositionen, Blatt 13 bis 40. also 28 Blätter a 5 Baj. machen 1 Scudo 40 Baj, welche Du Dir zahlen lassen willst und ich vorläufig auf Deine Rechnung setze. – Für Capitain Falbe

[I venstre margen på første side:] So eben wie ich dies absenden will, kommt Ricci, der wie seine Frau Euch Alle herzlich grüßen laßt, daß er endlich mit dem Fiscus die Abgabensumme abgemacht. Wir erlegen 2 Procent, so da wir alle Sammlungen sehr niedrig angesetz, aus dem Gelde von Torlonia, nahe an 1000 Scudi zu zahlen haben.

Archival Reference
m31, nr. 45
Persons
Leonardo Camia
Last updated 30.08.2013 Print