Arkivet, Thorvaldsens Museum

 
No. 10225 af 10246
Afsender Dato Modtager
Johan Bravo [+]

Afsendersted

Rom

8.3.1862 [+]

Dateringsbegrundelse

Dateringen fremgår af brevet.

Just Mathias Thiele [+]

Modtagerinfo

Ingen udskrift.

Resumé

Kommentarerne til dette brev er under udarbejdelse.

Se original

Rom 8 Martz 1862

Lieber Thiele,

Kaum ist mein Schreiben, v 4 d. in Bissens Brief, abgegangen, so kommt Dein Schreiben vom 26 v. M. an. Ich fürchte Du wirst es kaum lesen können, denn Bissen hatte so dünnes Papier genommen, daß die Dinte auf der anderen Seite durchging und da er gebeten den Brief zur Post, am selben Tage zu senden, so mußt Du die Flüchtigkeit schon entschuldigen.

Deinen Auftrag von der Akademie den eingelegten Wechsel an Maler Kölle zu geben bin ich nachgekommen und er wird mir im Laufe des Tages die Quittung dafür bringen, die ich sodann hierbei einschließe. Wenn es der Akademie recht ist, so könnte sie ja alle Pension durch das Consulat, an die Künstler gelangen lassen und ich bin gerne erbötig ihre Befehle hierin nachzukommen. Zumal ich alle Wechsel welche sie erhalten, ohne Interesse, zum besten Preis verkaufe und sie vor Verlust schütze. Kölle bat zu grüßen und Du möchtest der Akademie danken. Uebrigens hofft er, Du habest seinen Brief erhalten, den er vor Kurzen an Dich schrieb. Sein letztes Gemälde habe ich nicht gesehen, obgleich ich es mit zwei andere Gemälde von Bloch von Ancona durch unsern Vice Consul nach Triest und Eisenbahn nach Stettin und weiter Kop. zur Ausstellung habe senden lassen. Die beiden Gemälde von Bloch hat Puggaard gekauft der auch an Küchler noch bestellung [sic] machen will, daß heißt Copie, der Kammerherr Treschow hat bei Bloch zwei Copien bestellt u ich hoffe er hat noch andere Absichten. Bissen hat meine Büste modelirt der ganz prachtvoll gemacht ist u den Beifall aller fremden Künstler erlangt hat. Unter all den hiesigen Bildhauer ist kein einziger, eine solche Büste zu machen. Ich meine nicht was die Aehnlichkeit, betrifft, sondern die Auffassung und plastische Durchführung. Nachdem hat er Hein, seinen Sohn u jetzt die Büste der ältesten Tochter von Treschow modelirt. Immer eine schöner als die andere. Der junge Bissen hat sehr viel Talent und geht der so vorwärts so wird er Dänemark Ehre machen. Bissen kommt später zu mir um Deinen Brief zu lesen, den Inhalt, wegen seinen Orest habe ich ihm gestern schon mitgetheilt. Durch seinen Brief vom 4 d. ist ja schon alles abgemacht.

Ach wie gerne machte ich eine Reise nach Kop. um alle alten Freunde und Bekannte mal wieder begrüßen zu können. Ich glaube schon daß Meyers Zeichnungen Dein Herz erfreuet haben. Alle kannte ich sie nicht, denn mache [sic] hat er niemals gezeigt so daß ich über den Reichthum und die Schönheit ganz verwundert war. Beim Einpacken sahen mehrere Künstler sie zuvor, und alle freuten sich daß Alles nach Kopenhagen ging. Du hast wohl vernommen, wie viele Skandinavier hier anwesend sind, die Mehrzahl Damen und sehr hübsche Mädchen. Da gieb [sic] es freilich zu thun und ich bin wirklich froh wenn ich überall helfen kann. Mit unsern Casino geht es gut, ausgenommen daß nicht leicht so viele Köpfe unter einem Hut zu bringen sind. Weilbach geht im Mai mit Frau und Kind fort zuerst nach Neapel in Gesellschaft von Björnson der seinen Namen vollkommen entspricht.

Ich habe nun einen jungen Mann aus Norwegen Namens Bætzmann genommen, der zugleich als Bibliothekar bei unsern Verein, gewählt ist.

Soeben bringt Kölle seine Quittung, die wie oben gesagt, ich hierbei mitfolgen lasse.

Bissen hat Deinen Brief auch soeben gelesen, er grüßt und dank [sic] für Alles was Du u Hoyen für ihn gethan und noch thut. Er mit seiner ganzen Familie, wollen das wunderschöne Wetter benutzen und sind nach Via Appia, gegangen, während ich am Schreibtisch sitze und die Sonne durch die Persiana abhalten, da sie mir sonst auf das Papier scheint.

Bissen sagt mir daß er die Büste der jungen Treschow in Marmor ausführen soll.
Vergesse nicht den Feldspat oder wie er heißt Doppelspat von Island
Nun zum Schluß, lebe wohl, munter und gesund, grüße eine gute Frau und mach Dir mal auf dem Weg, das alte Rom zu besuchen so wie Deinem alten Freund

Joh. Bravo

Beifolgenden Zettel
an Consul Salomonsen
bitte ich ihn zukommen
zu lassen.

Arkivplacering
m31, nr. 81
Sidst opdateret 08.08.2012 Print