Arkivet, Thorvaldsens Museum

 
No. 2424 af 10185
Afsender Dato Modtager
Franziska Caspers [+]

Afsendersted

Wien

Afsenderinfo

Rester fra et rødt laksegl med aftryk af en signet, der har haft en ged som motiv.

25.12.1819 [+]

Dateringsbegrundelse

Dateringen fremgår af brevet.

Bertel Thorvaldsen [+]

Modtagersted

København

Modtagerinfo

Udskrift: An den Ritter / Alberto von Thorwaldsen / Bildhugn. /in Koppenhagen.
Brevet er poststemplet “BREMEN 17. Jan 20”

Resumé

Caspers lider under ikke at høre fra Thorvaldsen. Hun læser tit om ham i aviserne, men vil gerne vide fra ham selv, hvordan det går. Hun har efterladt et brev til ham i Wien med sin adresse i Ungarn, men ved nu, at han ikke har lagt rejsen til København over Østrig. Til gengæld trøster hun sig med, at han så nok tager over Wien på sin tilbagerejse. Hun udtrykker medlidenhed med, at han befinder sig i det kolde nord. Til sidst spørger hun, hvornår hun får en appelsingren fra hans have i Rom; hun er ked af, at hun ikke har hans portræt.

Se original

Wien, den 25ten December 1819.

Nichts in der Welt fällt mir schwerer als ohne Nachricht zu bleiben von Menschen die mir theuer u. werth sind – Sie wissen es aus meinem eigenen Mund – lieber, guter Thorwaldsen wie innig theuer u. werth Sie mir sind – beurtheilen Sie also wie schwer es mir fallen muss – seit unsrer Trennung ohne alle unmittelbare Nachricht von Ihnen zu seyn – Freilich las ich oft Ihren Namen in den Zeitungen – u. nie ohne heftige Herzklopfen – doch das sind meist nur Nachrichten, die von dem Künstler reden – ich möchte mehr wissen – ich möchte wissen, wie es dem theuern Freunde geht. Ob Sie gesund, heiter, froh sind – u. ob Sie wol manchmal an mich – u. die in Rom so schön verlebten Tage denken ? Manch traurige Erinnerung knüpft sich auch an jene Tage – doch meinem Herzen sind nur die lieben, heitern Bilder geblieben – u. Ihr Bild ist nie davon zu trennen. Ich hinterliess wie ich es Ihnen versprach, als ich im May nach Ungarn reiste, hier einen Brief für Sie, der Sie freundlich willkommen heissen sollte u. zugleich meine Adresse enthielt. Sie theurer Alberto hatten mir versprochen ein paar Zeilen zu antworten – Mit welcher Sehnsucht sah ich dieser Antwort entgegen – doch leider kam ich an ihrer Statt die Nachricht, dass Sie Ihren Reiseplan geändert hätten – u. nicht über Wien gingen – ich weinte recht von Herzen als ich das erfuhr – doch der Gedanke, dass ich Sie nun bei der Rückreise sicher sehen würde, tröstete mich wieder. Immer drang es mich Ihnen zu schreiben u. warum sollte ich diesem Drange nicht folgen – Alberto wird freundlich das Freundliche aufnehmen – weiss ich es doch auch von Ihnen selbst – dass ich Ihnen lieb bin – u. dass Sie sich freuen würden von mir zu hören – Sie können nicht glauben wie sehr mich die Sorge für Ihre Gesundheit ängstet u. beschäftigt Sie sind den rauhen Norden entwöhnt – wie wird der Einfluss des Climas auf Sie wirken – So oft es mich hier friert, denke ich immer, Ach Gott! in Copenhagen ist es noch kälter u. mein theurer Alberto an die südliche Luft so lange gewöhnt muss es ertragen – Ach ich wollte gerne noch mehr Kälte tragen – einen ganzen Sommer wollte ich frieren – wenn ich Ihnen die warmen Düfte im Voraus schicken dürfte – Wie wol würde mir dann das Frieren thun – es ist ja Genuss für die zu leiden, die man liebt – Ich muss Ihnen doch etwas gestehen worüber Sie vielleicht lächeln werden, als ich in der Zeitung von dem goldnen Becher las, der Ihnen überreicht wurde – da dachte ich mir ganz im Stillen, vielleicht hat er aus dem Becher auf meine Gesundheit getrunken – u. der Gedanke wurde mir lebendig – weil ich an die Gesundheit dachte – die Sie bei Krausens tranken – Ich trank unsägliche Male auf Ihre Gesundheit u. denke dann immer an die Mitternacht Stunde – des vorigen Jahres – wo wir obgleich getrennt – doch im Geiste vereint waren – in der Mitternacht dieses Jahreswechsels will ich recht innigfür Ihr Glück u. Ihre Zufriedenheit beten –

Theurer Alberto werden Sie mir ein paar freundliche Worte antworten – O! thun Sie es – es macht mich so unaussprechlich glücklich – Wenn es auch nur wenige Worte sind die Sie mir sagen – Schreiben Sie mir italienisch – weil Sie es lieber thun – Ihre Gedanken sind mir unter jeglicher Gestalt willkommen – Nicht wahr Sie Lassen mich nicht vergeblich auf ein paar freundliche Worte hoffen – Gerne will ich Ihnen immer Nachricht von mir geben – Wann darf ich hoffen Sie hier zu sehen – lassen Sie mich diese Freude schon im Voraus geniessen – wollen Sie nicht, dass andre es wissen, so soll es durch mich niemand erfahren – Da man Sie hier erwartet, schreibt Frau v. Pereira einen Brief für Sie an die Lina, im welchem sie Sie eingeladet doch hier in ihrem Hause abzusteigen – wo man schon die Zimmer für Sie u. Lund eingerichtet hatte – sie bleiben auch für Sie bereitet – Den ganzen Sommer brachten wir in Ungarn zu – u. nun bleiben wir den ganzen Winter in Wien – Mein liebes, liebes Rom vermisste ich täglich – doch weniger jetzt weil ihm die Seele fehlt – meine Gedanken ziehn nach Norden – Doch sind mir die Namen Rom u. Thorwaldsen unzertrennlich –

Nei giorni tuoi felici ricordati di me.

Wann bringen Sie mir den Orangen Zweig aus Ihrem kleinen Garten ? – Dass ich Ihr Bild nicht erhielt, schmerzt mich sehr – Leben Sie wol guter, guter theurer Alberto – Bewahren Sie mir Ihr Gedenken, das mich so glücklich macht – u. geben Sie mir bald einen sichtbaren Beweis davon – damit ich nicht fürchten müsste – dass Sie mich unter Ihren Landesleuten ganz vergessen haben – nicht wahr nein – nein.
Hier meine Adresse.

Fräulein Franzisca Caspers – abzugeben bei der Fürstin Grassalcowich in der Riemerstrasse 870 in Wien.

Arkivplacering
m35 V, nr. 42
Thiele
Ikke omtalt hos Thiele.
Emneord
Rejsen til Danmark, juli-oktober 1819 · Rejsen til Rom, august-december 1820 · Selskabsliv i Italien · Selskabsliv, andre steder · Svarbrev fra Thorvaldsen udbedes · Thorvaldsen og kødets lyster · Thorvaldsens gårdhave i Rom · Thorvaldsens kvinder · Ugift og fri
Personer
Maria Leopoldina Grassalkovich de Gyarak · Jacob von Krause · Julie von Krause · J.L. Lund · Henriette von Pereira-Arnstein
Sidst opdateret 04.02.2018 Print