Arkivet, Thorvaldsens Museum

 
No. 8782 af 10185
Afsender Dato Modtager
Friedrich Beck [+]

Afsendersted

München

15.7.1841 [+]

Dateringsbegrundelse

Dateringen fremgår af digtet og også af indirekte af Kunstblatt, op. cit, hvori digtet blev trykt. Her henvises til festen 15.7.1841.

Bertel Thorvaldsen [+]

Modtagersted

München

Resumé

Kommentarerne til dette digt er under udarbejdelse.

Se original

An Thorwaldsen
 
(: Gelesen in der Gesellschaft [den] ”Zwanglosen” zu München aus 15 Juli 1841;)

  Klagend saß auf Roma’s Trümmern
Lang die hohe Bildnerkunst;
Keine Hoffnung sah sie schimmern,
Daß sich neu ihr Licht entzünde,
Daß sie einen Jünger finde,
Welcher werth sey ihrer Gunst.
 
Sehnend blickte sie vom Zügel
In die blaue ferne hin,
Und der Wünsche rascher Flügel
Trug zu ihres Ruhmes Wiege,
Zu dem Lande ihrer Siege,
Trug nach Hellas ihren Sinn.
 
”Soll er nicht von dort erscheinen,
Der mich liebt und ganz versteht?
Soll ich ewig Euch beweinen;
Bringt Athen wie, Argos nimmer
Wieder Eurer Tage Schimmer,
Phidias und Polyklet?”
 
Kaum entfloh das Wort dem Munde,
Horch, da rauscht’ es leise nah;
Reich an frohen Trostestunde
Steht von des Olympos Höhen
Hergesandt wie Sturmeswehen
Hermes, der Beschwingte, da.
 
Mit dem leichten Götterstabe
Deutet er zum Meeresstrand;
”Nicht von Hellas naht die Gabe”;
Blick’ – so ruft er – blick’ nach Norden;
Dort ist er geboren worden!” –
Sprach es lächelnd und verschwand.
 
Als noch staunend’ sann die Hehre
Ob dem räthselvollen Wort,
Nahte schon aus nord’schem Meere,
Fern wo Thule’s Felsen ragen
Durch die Wogen kühn getragen,
Sich ein Schiff des Südens Port.
 
Und heraus mit offnen Mienen
Sprang ein Jüngling hellen Blicks:
”Deine Gunst will ich verdienen!”
Rief er hingewandt zur Frohen; –
”Alles dank’ ich dir, der Hohen;
Bist die Schöpf’rin meines Glücks!” –
 
Bald begann es sich zu regen
An der Tiber ohne Rast;
Von der Meißels ems’gen Schlägen
Durch des nord’schen Bildners Walten
Ausgeprägt in Hochgestalten
Tönt des Marmors weise Last.
 
Jason ist’s, die goldende Felle
Schwingend in der Siegerhand,
Der zuerst des Ruhmes helle
Vließe reichte seinem Meister
Und im Kreis der Bildnergeister
Ihm des Sieges Lorber wand.
 
Bild an Bild entquoll seit Jahren
Nach der ersten Kampfes Lohn;
Vom Olymp in Frohen Schaaren
Steigen alle Götter nieder,
Und die Rosse lenket wieder
Im Triumph Philippos Sohn.
 
Doch des Bildners deutsch Gemüthe,
Wenn auch Hellas Geist verwandt,
Weiht der Kräfte schönste Blüthe
Minder nicht mit voller Stärke
Manchem edlen deutschen Werke,
Dankbar stets dem Vaterland.
 
Erzgegossen aus der Erde
Mußte Guttenberg erstehn,
Und des Künstlers schaffend Werde
Hat Beschworen Schillers Manen,
Ließ uns von den Herrscherahnen
Bayerns, Max den Helden sehn.
 
Drauf mit immer stärkerm Drange
An der Heimath Jugendglück
Mahnt’ es ihn, der schon so lange
Sie entbehrt; daß er sie grüße,
Eilt er in die alte, süße
Nordlandswelt mit frischem Blick.
 
Neugestärkt zum Süden kehrend
Hin durch Deutschlands schöne Gau’n,
Wo zum Festzug sich verklärend
Seine Fahrt ihn stets mit neuen
Ruhmeskränzen will bestreuen,
Durften Ihn auch wir erschau’n;
 
Dürfen Ihm zum lauten Preise
An des Festes heiterm Tag.
Weihen schlichte Liedesweise,
Die dem Scheidenden noch Ferne,
Wenn Ihm leuchten Südens Sterne,
Unser Liebe künden mag!

Dr. Friederich Beck

Generel kommentar

Dette digt blev fremført ved den storslåede fest til Thorvaldsens ære i Gesellschaft der Zwanglosen i München 15.7.1841.
Digtet blev også trykt i Kunstblatt 24.8.1841, se Schorn, op. cit., der refererede begivenheden.

Arkivplacering
m32, nr. 98
Thiele
Ikke omtalt hos Thiele.
Andre referencer

  • [Ludwig Schorn]: ‘Aus dem Münchner Kunst- und Künstlerleben’, in: Kunstblatt, nr. 67, 24.8.1841, bilag til Morgenblatt für gebildete Stände, p. 282.

Emneord
Digte til Thorvaldsen · Rejsen til Rom, maj-september 1841 · Selskabsliv, andre steder
Sidst opdateret 07.10.2014 Print