Arkivet, Thorvaldsens Museum

 
No. 8678 af 10047
Afsender Dato Modtager
Hans Ferdinand Massmann [+]

Afsendersted

München

15.7.1841 [+]

Dateringsbegrundelse

Dateringen fremgår af brevet.

Bertel Thorvaldsen [+]

Modtagersted

München

Resumé

Kommentarerne til dette digt er under udarbejdelse.

Se original

Alliterations-Gedicht
in
gothischer Sprache.

 
Zum 15. July 1841 gedichtet.

[xxxxxxxxxx xxxxx]
(Thunravalds sunáu.)

  Liuth leitil ïk
lathô gaháusjan ïzvis,
Frôdans jah frijans
frijônds vitubnjis.
Leitils ïst libáináis,
ïth laggs vigs kunthjis
Jah mikila gamanveins
munis fullatôjis.
 
Liubaleiks ïst lustus theins,
láikanderi junds,
Ïn vagga gavaírtheis
jah vênáis gultheináizôs:
Mavê jah magivê
maúrgins thu baírhtista,
Liuhath thein galiuhteith
ligr sviknithôs.
 
Ïth máis náuh mêrjáu
mannis spaúrd barniskja,
Rasta thuk raginis
jah rahtjôns skapjandeins,
Dag gadaúrsandins
jah usdáudjandins môdis.
Aiththáu ga–u–sêhvuth bi sunjái
siun áiv vulthrizein?
 
Aththan mannis jah môdis
mahts sô abra
Sniumundôs snivith
du snáiva aldumins,
Du saúrgê jah saúhtê
sateinái lasivôstôn,
Du athanam aglônô
Jah ahmins andaahtja.
 
Ak sai nui sitith at uns
sineigs thar juggaláuths,
Thizei sildaleikja du silubra taglê
Siunáis valdufni?
Uf hvaírnein áuk hveitôn
gahveilan ni sahv áiv
Ïn ludjái jah leika
liuhadein hlasôzein.
 
Háils sijáis, hails gasts,
háileins thu frisahts,
Thuei jiukaidês jêra
jundái sinteinôn.
Gavasidan jag gaváipidan thuk
veihôn allsvêrein
Svê gadiligg Guthê
gôlja hêr áudagana.
 
Hl’auts áuk hlûtrs
hlôh thus ju barnilôn,
Gabaúranamina ïn bagma
baírhtáizôs mareins,
Fêrôs jah fiskê
jah farjandanê mannê,
Ïn háuhis jag gahulidins
Hakulbaírgis andvaírthja.
 
Gabaúrans varst bêrusjam
bairhtistáim âiv,
Gakijans us kunja
jah knôdái thiudanis,
Saei Harjavald gaháitans
Hilditunthus gamêriths vas,
Thiudans thiudanônds
thiutheigô mannam.
 
Namô andnamt thu
fram nasjandin Gutha,
Ei thaíheis uf thintheinái ïs
Thunravalds sunus.
Valdiduh ïs ïn vindam
jah vilthjáim hallum,
Thunar, thizei theihvôns
thiudôs gaáistand.
 
Niuklahs ju gananthjan
ïn nôtin galáisiths varst,
Jah us triva skipis gatilaba
gatimrjan manleikans;
Magila náuh gamáids
gamanvjands sva aljan
Jah balthein jah baírhtein
gabandvidês anavaírthôs.
 
Faírra than fôrt juggs
usar faírgunja snáivis
Du garunsái Rumôs
ïn reikja sunnôns,
Tharci vintrus ni vaírthith
jah vôthjôn dáunái
Asteis alêvjans
usáivjand sinteinô.
 
Vaúrkjandzuh thar vast
vintrivê fidvôrtiguns,
Ni svê gasts, akei gáuja
ïn gatvôm Rumônê;
Jah váila gavaúrhtês thar
vaúrstvê filusna,
Gumê jah Guthê sáulins
gagutanôns jag gadrabanôns.
 
Thanuh ganamt nu
biniuhsjan astra
Liub jah galáub
land háimôthleis,
Ei altheis gasaíhváis ïta
astumistamma sintha,
Faúrthizei ïn Haljôs haima
mith hiuhmin faráis.
 
Thiudanôs jah thiudôs
gathiuthidêdun thô niusein.
Jah gagáilidôs gast thuk
gôlidêdun baúrgs
Jah allathrô gaáistáiths
astra gasahvt nu
Stáinans standandans
ïn stadim jah alhim,
 
Thanzei us háubidis handugein
handus theina gaskôp,
Gafahridans Figgram
bi funin sáivalôs
Jah frijaba jah frôdaba
usfratvidans eisarna,
Vaírê vulthaganê
jah veiháizê Guthê.
 
Váinei thô valdandôna
vaggis ragina,
Gutha fragibáina
gudjin thus kunthjis
Laggôn du láuna
latein usfarthôns
Jah siun sinteinô
samaleikô hlasôn.
 
Thata vênjandans veis nu
ïn gavaírthja aflêtam thuk
Farandan ufar faírgunja
du friein Rumôs;
Ak ïn haírtam hansôs
gahaftnith gaminthi thein,
Svê fram aldái du aldái
áukada namô thein.
 
Stáinôs áuk jah stadeis
andstaldand thus mêrein
Jah fastand jah fulljand
at faírhváu vulthu,
Than bi biuhtja bindjandin
gabaúranans jad divanans
Áiv ju than uzônt
áudags ïn vagga.
Ein kleines Lied nur
Lad’ ich zu hören auch
Ihr Klagen und Fragen
Freunde der Wißenschaft.
Kurz ist das Leben,
Lang die Bahn der Kunst
Und groß die Vorbereitung
des vollendeten Geistes.
 
Lieblich ist deine Lust,
Spielende Jugend
Auf den Auen des Friedens
Und der goldenen Hoffnung;
Glänzender Morgen
Der Mädchen und Knaben,
Dein Lust [umleuchtet]
Das Lager der Unschuld.
 
Aber mehr noch als die Kindheit
Möcht’ ich preisen der Marmor-Welt,
Dich [Wettbahn] des Geistes
Und der schaffenden Eins[xx]t
Tag der unternehmenden
Und ausharrenden Muthes.
Oder saht ihr in Wahrheit
In eine herrlicheres Bild?
 
Aber der Marmor und des Muthes
Herrliche Kraft
Treibet nur allzuschnell
Zum Schnee des Alters,
Zu der Sorgen und der Siechthumes
Gemächtiger Verfaßung,
Zu den Jahre der Trübsal,
Zur Abenddämmerung des Geistes.
 
Doch, sitzet du nicht mitten unter uns
Ein Greisenjüngling,
Bey dessen Silberhaar’ ich erstaune
Über die Gewalt des Auges?
Wirklich unter weißene Scheitel
Sah ich niemals weilen
Im Antlitz und über die ganze Gestalt
Ein heitzeres Lust.
 
Heil dir, o Gast, du
Lebendiges Abbild der Gesundheit,
Der Du die Jahre besiegtest
durch beständige Jugend;
Umkleidet und umkränzt
Ihre rährender Lautsaligkeit
Grüß’ ich dich Glücklichen
Als den Vertrauten der Götter
 
Denn schon dem Kinde
Lachte ein lautres Loos;
Geboren auf dem Segelbaume
Des leuchtenden Meeres,
Des Reiches des Fische
Und der fahrenden Menschen,
Im Angesicht[e] des hohen,
Schneeumhüllten Hekla.
 
Geboren bist du von Ahnen
Einst den edelsten,
Entsproßen aus Geschlecht
Und Geblut eines Königs,
Welcher Harald hieß
Und Hildetan beygenant wurde,
Ein König herrschend
Wohlthätig über die Völker
 
Den Namen empfiengst du
Vom Hilfreichen Gotte,
Daß du gediehest unter seiner Segnung,
Thorwalds Sohn Du.
Er waltet in den Stürmen
Und wilden Felsen,
Thor, dessen Donner
Die Völker verehren.
 
Kaum geboren schon lerntest
Muth auf dem Maase Du
Und aus dem Schiffsholz geschiedet
Schnitzen Gestalten.
Ein schwacher Knabe noch
Übtest Du so die Kraft,
Vorandeutend die Kühnheit,
Und Herrlichkeit deiner Zukunft.
 
Fern zogst Du als Jüngling Du
Über die beschneiten Alpen
Zum Forum Roms,
Im Reiche des Südens,
Wo kein Winter herrscht
Und im süßen Dufte
Die Zweige des Ölbaums
Immerdar blühen.
 
Schaffend weiltest Du dort
Vierzig Winter,
Nicht als Fremdling, sondern
Heimlich ganz in den Straßen Roms
Und eifrig schufst Du dort
Eine Fülle von Werken,
Menschen – und Göttergestalten
Zu Erzguß oder in Stein gehauen.
 
Da entschloßest Du Dich
Wieder heimzusuchen
Das geliebte und Theure
Land der Geburt,
Um Greis geworden zum letzten
Male es zu sehen,
Ehe Du nach Helheim
Mit Andrem, fährest.
 
Könige und Völker
Segneten deinen Besuch,
Hocherfreut begrüßten
Städte den Gast
Und überall gehuldigt
Sahst Du wieder
Deine Steinbilder, aufgestellt
Auf [Märkten] und in Tempeln,
 
Welche nach der Hauptes Wißenschaft
Geschied Deine Hand,
Deine Finger bildeten
Mit dem Feuer der Seele,
Und kühn und sinnig
Dein Eisen ausgestaltete,
Ruhmvolle Helden
Und heilige Götter.
 
O mögen die allwaltenden
Mächte Walhalla’s,
Die Götter dir verlechen, Dir
Dem Priester der Kunst,
Zum Kohne ein langer
Hinausschieben des letzten Ganzes
Und bis aus Ende ein
Gleich heitres Antlitz.
 
Mit solchem Wunsche
lasten im Frieden wir Dich
Über die Alpen ziehen
Zur Freyheit Roms.
In den Herzen aber unsre Genoßenschaft
bleibt fest dem Gedächtniß,
Wir von Geschlecht zu Geschlecht
Sich fortpflanzt Dein Name.
 
Und Deine Stein und Standbilder
Tragen Deinen Ruf
Und halten frisch und steigern
Vor der Welt Deinen Ruhm,
Wenn nach dem Gesatz, des
alle Sterblicher bindet,
Du längst ausgehaucht haben wirst,
Selig ganz in Walhalla.


München 15 July 1841 H. F. Maßmann
Generel kommentar

Dette digt blev fremført ved den storslåede fest til Thorvaldsens ære i Gesellschaft der Zwanglosen i München 15.7.1841.
Begivenheden refereres af Ludwig Schorn i Kunstblatt 19.8.1841, hvor også Massmanns digt omtales. Som det fremgår, er digtet skrevet på gotisk.

Arkivplacering
m32, nr. 97
Emneord
Digte til Thorvaldsen · Nordisk mytologi · Rejsen til Rom, maj-september 1841 · Selskabsliv, andre steder
Sidst opdateret 07.10.2014 Print