Arkivet, Thorvaldsens Museum

 
No. 8967 af 10244
Afsender Dato Modtager
Johan Bravo [+]

Afsendersted

Rom

13.1.1842 [+]

Dateringsbegrundelse

Dateringen fremgår af brevet.

Jonas Collin [+]

Modtagerinfo

Ingen udskrift.

Resumé

Kommentarerne til dette brev er under udarbejdelse.

Se original

Rom 13 Januar 1842

Verehrter Herr Conferenzrath
Nicht wenig Mühe hat beifolgendes Schreiben verursacht und seine Unterschrift dabei zu erhalten ist nicht möglich gewesen, vielleicht gelingt es mir noch unter der Nachschrift, sie zu erhalten, die ich so eben auf sein Geheiß gemacht und die ich ihm gleich zum Lesen hiebringe ehe ich es abschicke. Grade wie ich ihm gestern vorließ um einige Worte an Sie zu schreiben, Ihr Brief vom 25 Decbr. eintreffend und ich fahre heute damit fort und setzte einige Worte zur Erklärung bei. Zuerst, Ihren Brief vom 18 Decbr. an Thorvaldsen habe ich nicht gelesen, er hat ihm so gut verwachet daß er bis heute nicht wieder zu finden ist, so daß ich eigentlich nicht ganz bestimmt weiß was Sie an Ihn geschrieben. Was er mit den Abgüssen für die Stampe eigentlich will und meint, kann ich nicht verstehen, ich habe den Satz mehrnmale umandern müssen, ohne heraus bringen zu können was seine Meinung ist, bis er sich entschied, es ganz aufzugeben, bis er hinkommt. – Auf meine Frage mir aufrichtig zu sagen ob er denn wirklich reisen will oder nicht, sagte er ja, aber dieses Jahr könne es unmöglich angehen, da die Arbeiten für das Schloß und die Kirche nicht soweit zu bringen wären, daß er dieselben unvollendet zurück lassen könne. Das nächste Jahr würden sie soweit fertig seyn daß er in Dännemark die letzte Hand daran legen könnte und dann wolle er zurück um im Vaterland seine Tage zu beschließen. Auf meine Erwiederung was die Baronin dazu meinte, der er doch versprochen mit ihr zurück zu kehren, antwortete er, wenn sie ein Jahr zugeben [woll], so ist es gut, sonst muß sie allein reisen. Auf meine Frage ob ich Ihnen dieses alles privatim mittheilen dürfte, sagte er ja, aber sonst brauchte es Niemand zu wissen. Ferner wollte ich bestimmt wissen, ob er wirklich wolle daß ein Schiff komme oder nicht und was er zu schicken beabsichtige? Er kam darauf zurück Alles könne er wie gesagt nicht schicken dazu sei, bei dem besten Wollen die Zeit zu kurz, doch wenn ein Schiff kommen sollte, so werde er Gemälde Bücher, Kupferstiche, Zeichnungen, einige Marmorsachen und Gipsabgüsse mitschicken und beim einpacken müßte ich ihm behülflich seyn. Sie sehen wie die Sachen stehen und die Baronin die mir so nicht hold ist sieht mich ganz gram an, da sie merkt daß ich für ihn schreibe und ich fürchte es bricht ein Gewitter über meinem Kopf los. Doch darum kümmere ich mich wenig, ich gehe meinen graden Weg und was ich beitragen kann Thorvaldsen zu bewegen, zurück zu kehren, werde ich, so leid es mir ist, nach Kräften thun. Doch Sie wissen wie er ist und was man über ihn vermacht. Uebrigens kann ich nicht begreifen wie es werden will (unter uns gesagt) sagte er gestern auch, er habe keine Lust sich im Triumph durch Europa schleppen zu lassen, was die Baronin doch eigentlich beabsichtige. Hr. Holst, hat Ihnen diese Tage auch geschrieben vermuthlich hat auch er Einiges darüber berichtet. Ich bat Thorvaldsen heute Morgen nochmals Ihnen selber einige Worte zu schreiben, das will er sobald Sie geantwortet und ich Ihnen wieder schreiben muß wobei er dann einige Zeilen einlegen will. Uebrigens bitte ich vorsichert zu seyn daß ich Ihnen, wenn etwas vorfallen sollte, gleich darüber berichte. Auf Ihren Brief vom 25 Decbr. zurück, so danke ich Ihnen für Ihre gütige Zusage und hoffe Sie haben seitdem auch meinen Brief vom 7 Debr. mit der Quitung von Dr. Hartmann erhalten Vermuthlich haben Sie das Geld in Empfang genommen und be[reits] dem Empfangs schein hergeschickt. Ihre Befehle entgegen sehend verbleibe ich mit der ausgezeichnesten Hochachtung
Ihr ganz ergebenster
J. Bravo

So eben habe ich beifolgen Nachschrift bei Thorvaldsen geschrieben, aber er war nicht zu bewegen seinen Namen dabei zu setzen, um der Sache besser zu legimiteren. Es sey nicht nöthig, meinte er, und werde selber ausführlich an Sie schreiben. Wegen der Summe die er bei seiner Anwesenheit in Kopenhagen dem Museum übergeben, nemlich die [xxxxxx] Summen welche während seiner Abwesenheit von hier eingegangen sind, meinte er, auch davon habe er sich die Zeichen vorbehalten. Doch dies werden Sie besser wissen als ich, wie er sich darüber geäußert.
Nochmals verbleibe ich mit der ausgezeichnesten Hochachtung
Ihr ganz ergebenster
Diener
JB.

Arkivplacering
m35 V, nr. 58
Sidst opdateret 10.05.2011 Print