Arkivet, Thorvaldsens Museum

 
No. 3681 af 10246
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Stuttgart & Tübingen

5.2.1825 [+]

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Dateringen fremgår af tidskriftet, hvor teksten blev trykt.

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Resumé

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Rom, den 5. Februar 1825.

Mit einem würdigen Werke hat Thorwaldsen dieses Jahr begonnen, mit der kolossalen sitzenden Figur der verstorbenen Papstes Pius VII., welche als würdiges Denkmal dieses durch seinen Charakter und feine Schicksale so ausgezeichneten Mannes in der Peterskirche unter den Monumenten aller Zeiten aufgestellt werden soll. Es ist indessen noch zu früh davon zu sprechen, denn die Riesengestalt ist erst in Thon aufgebaut, noch nicht vollendet, trägt aber jezt schon auf ihrem Stuhle sitzend die dreyfache Krone auf dem Haupt, und jenen Ausdruck von Größe, der Alles bezeichnet, was aus Thorwaldsens Geiste hervorgeht.

Es ist dieses das göttliche Abzeichen des wahren Genius, daß er, von einer Idee ergriffen, sogleich ohne mühsames Umhertasten, die angemessenste Form findet, dieselbe auszudrücken, aus der innern Fülle seines Gedankenreichthums, wie aus unversiegbarer Quelle schöpft und schaffend jeden Gedanken körperlich gestaltet. Diese Kraft des schöpferischen Geistes setzt dem Kunstwerke die Krone auf, und diese ists, von der wir in allen Hervorbringungen dieses großen Meisters gewaltig ergriffen werden.

Das schon früher beschriebene große Werk: ‘Christus und die Apostel, liefert uns den Beweis. Ein solches Wunderwerk der Plastik, alle diese Gestalten als ein Ganzes betrachtet, ist in solchem Umfange seit der Zeit griechischer Kunst nicht wieder erschienen. In der Malerey hat Michel–Angelo in der sixtinischen Kapelle etwas Aehnliches geleistet, allein in der Plastik war es Thorwaldsen vorbehalten. – Einfach und übereinstimmend mit dem hohen und großen Sinne des Ganzen ist der Taufstein. Mit verklärtem, emvorgerichtetem Blicke, Blüthenbekränzt, wie eben herabschwebend aus himmlischer Höhe, steht ein Engel vor uns und hält eine Muschel in den Händen, welche das Wasser der Weihe enthält. Inniger und zarter hat die Plastik wohl nie einen Gedanken ausgedrückt als hier, wo sie auf der Schwelle des Lebens dem neugeborenen Menschen einen himmlischen Boten entgegentreten läßt, der ihm hie Weihe darbietet, die ihn für das Leben heiligt, indem er ihm den Segen von Oben herabzubringen scheint.

Es ist unmöglich, durch Beschreibung ein Werk der Kunst dem Auge des Lesers als klares Bild vorzustellen, wie der Beschreiber es sieht: bey der genauesten Auseinandersetzung der Theile, wird sich dennoch jeder, der es nicht sah, eine verschiedene Idee von der Form bilden, so wie wir bey der Ausführung eines und desselben bedingten Gegenstandes, wie z. B. bey Preisaufgaben, immer die größte Verschiedenheit in der Behandlung jedes einzelnen Künstlers erblicken. Die persönliche Eigenthümlichkeit, nicht blos der Grad der Geschicklichkeit verursachen diese Verschiedenheit. Sehr zu wünschen wäre es demnach, wenn das kunstliebende Publikum bald durch gute Kupferstiche mit diesen Werken bekannt würde.
[…]

Generel kommentar

Dette er en trykt tekst fra det tyske kunsttidsskrift Kunst-Blatt, op. cit. Kun de passager af teksten, der vedrører Thorvaldsen, citeres her.

Thiele
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Andre referencer

  • Kunst-Blatt gebildete Stände, No. 19, 1825, p. 73

Personer
Bertel Thorvaldsen
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Sidst opdateret 29.06.2017 Print