The Thorvaldsens Museum Archives

 
No. 3297 of 10246
Sender Date Recipient
August von Bethmann-Hollweg [+]

Sender’s Location

Frankfurt am Main

Information on sender

Rødt laksegl med utydeligt aftryk af våbenskjold.

27.9.1823 [+]

Dating based on

Dateringen fremgår af brevet.

Bertel Thorvaldsen [+]

Recipient’s Location

Rom

Information on recipient

Udskrift: À Monsieur / Monsieur le Chevalier / Thorwaldson / à / Rome / franco
Poststempel: Frankfurt 1. OCT. og 13OTTO[BRE]

Abstract

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See Original

Frankfurt a/m den 27 Sept. 1823.

Verehrtester Freund,
Bey einem Besuche in meiner Vaterstadt werde ich durch meine Mutter veranlaßt, mich schriftlich an Sie zu wenden, und Ihnen ein Versprechen in Erinnerung zu bringen, deßen Andenken Ihnen unter der Menge Ihrer Geschäfte leicht entschwunden seyn kann. Sie hatten die Güte vor nunmehro 10 Jahren bey meiner und Herrn Ritters Anwesenheit in Rom sich zur Übernahme einer Arbeit, nehmlich eines Monumentes für meinen damals in Italien verstorbene Bruder, bereit zu erklären. Ihre Entwürfe befriedigten den Kunstsinn und das Gefühl meiner Mutter auf das vollständigste, der Kupferstich, welcher davon gemacht wurde, und sich in der Sammlung Ihrer Werke befindet, erfreut jeden sinnigen Freund der Kunst; durch Reisende hörten wir schon vor längerer Zeit, daß das Werk sehr weit gediehen und seiner Vollendung nahe sey. Sie werden begreifen, wie sehr durch alles dieß unsre Erwartung gespannt, und wie besonders die Sehnsucht meiner Mutter erhöht wurde, dieß herrliche Kunstwerk, für sie zugleich das schönste Denkmal eines geliebten, entschlafnen Kindes, zu besitzen. Meine Mutter ist zwar über die Ort der Aufstellung noch nicht ganz im Reinen, jedoch darin ganz entschieden, daß es nicht auf dem Grabe selbst in Livorno, sondern daß es hier in Frankfurt errichtet werde. Ihr Wunsch ist daher so bald als möglich in den Besitz der Basreliefs zu kommen, dann wurde sich leicht eine passende Stelle dafür ausfinden, und das sonst zur Errichtung Erforderliche zb. der Marmor, besorgen lassen.
Deshalb geht meiner Mutter Bitte an Sie, welcher ich die meinige hinzufüge, dahin, daß Sie die Güte hätten uns bald möglichst Kunde zu geben, wie weit das Werk gediehen sey, wann es vollendet seyn und auf welche Weise es hierher geschafft werden könnte. Meine Mutter täuscht sich gewiß nicht in dem Glauben, daß einerseits es Ihnen selbst wünschenswerth seyn müße eine gelungene Arbeit vollendet zu sehen, und daß Sie andrerseits auch ihre Wünsche und ihr Gefühl nicht ganz unbeachtet lassen werden, so wie sie selbst gewiß nicht ermangeln wird, jedem Ihrer Wünsche und Fordrungen entgegen zukommen. Ich überlasse es Ihrer Wahl ob Sie meiner Mutter unmittelbar hierher unter der Addresse des Handlungshauses Gebrüder Bethmann oder ob Sie an mich schreiben wollen, für welcher Fall ich nur noch bemerken muß, daß ich in Berlin lebe und Profeßor an der dortigen Universität bin. Ich habe recht sehr bedauert Sie bey Ihrer Reise durch Deutschland nicht sehen zu können, und gebe die Hoffnung eines Wiedersehens in Italien nicht auf.
Ihrem freundschaftlichen Andenken mich empfehlen verharre ich mit der größten Hochachtung

Ihr ergebner
Bethmann-Hollweg.

General Comment

På forsiden af brevet ses en blyantsskitse af et kors eller et gadekryds.

Archival Reference
m8 1823, nr. 93
Persons
Susanne Elisabeth Bethmann-Hollweg
Last updated 10.05.2011 Print