The Thorvaldsens Museum Archives

 
No. 1062 of 10244
Sender Date Recipient
Ferdinand Hartmann [+]

Sender’s Location

Wien

Information on sender

Rødt laksegl med motiv og bogstavet “H”.

15.8.1811 [+]

Dating based on

Dateringen fremgår af brevet.

Bertel Thorvaldsen [+]

Recipient’s Location

Rom

Information on recipient

Udskrift: Al Signor Thorwaldsen / Scultore Danese e Cavaliere / dell’Ordine del Danebrog. / a / Roma

Abstract

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Wien d: 15te Aug. 1811.

Liebster Thorwaldsen,

Meine deutsche Erklärung Ihren Arbeiten, so viel ich davon in Rom gesehn habe, ist fertig. Entscheiden Sie nun, ob Sie Ihr Versprechen, mir gegen die italienische Uebersetzung dieser Erklärungen die gestochnen Umrisse zu überlassen, noch erfüllen wollen. Bleibt es beim Alten, so wird es mich sehr freuen; sollten Sie aber Ihren Entschluß geändert haben, so würde ich Sie wenigstens bitten, mir gute Zeichnungen aller Ihrer Werke gegen eine Anzahl meiner deutschen Erklärungen zu übersenden. Da Frau v. Humboldt und er Ihr Werke kennen, so habe ich Ihnen meine Erklärungen im deutschen und so weit als sie im Italienischen fertig waren, mitgetheilt. Ihr Urtheil hat meinen Muth zur Herausgabe verselben erhöht. Sie waren damit zufrieden und sagten, daß ich den Geist Ihrer Werke richtig aufgefaßt und ihren Eindruck richtig dargestellt hätte. Es macht mir Freude, das, was mein einziges Ziel und Bestreben war, nicht verfehlt zu haben. Hoffentlich wird man meinen Grundsätzen über das Wesen der Plastik und den Unterschied zwischen Ihren und Canova’s Werken auch öffentlich Gerechtigkeit widerfahren lassen. Ich würde mich sehr gefreut haben, wenn Sie meiner und unsrer getrofene Verabredung eingedenk gewesen wäre und mir mit Rauch Abdrücke von den Umrissen geschickt hätten, die bei seiner Abreise schon fertig waren und welche Sie ihm für Schadov in Berlin mitgegeben hatten. Sie hätten mir von großen Nutzen sein können, denn wie oft erinnert sich das Gedächtniß nicht an das, was einem der Anblick eines Umrisses oder jeden andern bildliche Wiederhohlung eines Originals rasch und deutlich zurückruft. Haben Sie die Freundschaft, lieber Thorwaldsen, mir recht bald in wenigen Zeilen zu sagen, was Sie beschlossen haben und senden Sie mir dann so schnell, als möglich die Kupfer oder Zeichnungen, weil ich selbst noch einige Werke erklären muß, die Sie erst nach meiner Zeit erfunden und ausgeführt haben und wovon nur Klinkenström, der glücklich angekommen ist und Sie grüsst, so viel Herrliches erzählt hat. Da, wie ich höre, Schick gegen den Herbst nach Deutschland zurückkehrt, so könnten Sie ihm ja, woum ich gebeten habe, die Umrisse oder Zeichnungen mitgeben. Ich arbeite unterdeß an den italienischen Erklärung weiter. Auf jeden Fall lassen Sie mir schriftlich, woaus auch nur mit wenigen Worten ist, Ihren Entschluß wissen.

Blankenhagen hat ein herrliche Zeichnung von Ihnen mitgebracht, die uns allen außerordentliche Freude gemacht hat. Den bekannte, hiezige Kupferstecher Ruhl, der sehr viel Sachen von Wächter radirt hat, hätte mit Ihrer Zeichnung gern ein Gleiches gethan, aber natürlich hat ihm Blankenhagen seine Erlaubniß verneigert. Nur wenn Sie es wünschten, daß sie öffentlich bekannt wäre und Ihre ausdruckliche Erlaubniß dazu gäben, würde Ruhl es unternehmen, sie mit größten Fleiß, in der Größe des Originals zu radiren.

Zum Schluß einige dänische Neuigkeiten, die Ihnen bekannte Personen betreffen und Ihnen vielleicht noch nicht bekannt sind. Der Ritter West ist auf seinem Rückweg nach Dännemark, in Cassel krank geworden und gestorben. – Die Heirath zwischen Rennenkampf und Augusta Bruun kämmt endlich zu Stande und leztere folgt Ihrem Mann nach Liefland.

Leben Sie wohl, theurer, lieber Thorwaldsen und gedanken Sie meiner und meiner Bitten. Mit inniger Hochachtung und unabänderlicher Freundschaft

Ihr CF Hartmann.

Frau v. Humboldt, die mir die dänischen Neuigkeiten mitgetheilt hat, grüßt Sie herzlich. Sie befindet sich mit dem Ihrigen wohl. – Wollen Sie nicht so gut sein und mir die genaue Angabe der Maasverhältnisse allen Ihren Arbeiten nach Römischen Maaße zuschicken – Meine Addresse: An Hartmann bei Hl. v. Pilat, Sekretair Sr. Excellenz des Hl. Staatminister Grafen [papiret mangler] [v. M]etternich.
Auch um die vorzüglichsten Umstände Ihrer lebensgeschichte bitte ich, und Sie nebst Ihrer Büste, den Erklärungen vorauszuschicken.

Archival Reference
m3 1811, nr. 20
Last updated 04.02.2013 Print