The Thorvaldsens Museum Archives

 
No. 6292 of 10246
Sender Date Recipient
Heinrich Mylius 1834 [+]

Dating based on

Uden datering, men brevet er relevant for Mylius’ bestilling af et relief af Thorvaldsen 1833-34.

Bertel Thorvaldsen [+]

Recipient’s Location

Rom

Information on recipient

Ingen udskrift.

Abstract

The commentary for this letter is not available at the moment.

See Original

Auszüge aus v. Herders Abhandlung:

Nemesis. Ein lehrendes Sinnbild.

Vorerinnerung

An …

Es kommt hier eine Göttin, der ich gerne einen Platz unter Ihren Hausgöttern erbäte, Nemesis, ein lehrendes Sinnbild. – Ihr furchtbarer Name ist nur durch Mißverstand furchtbar geworden; und eben um diesen Mißverstand zu heben und die ernste Göttin in ihrer wohlthätigen schönen Gestalt zu zeigen, ist die kleine Abhandlung geschrieben [x x] ..........

Nemesis im Bilde.

”Warum, o Nemesis, hältst du das Maas und den Zügel?” Damit du Handlungen gebest Maas, Worten anlegest den Zaum. Nemesis bei ich und halte das Maas. ”Was bedeutet das Maas dann?”
Allen saget es an: ”schreibe nicht über das Maas.”

[x x].... Noch mehr aber sagt uns der angezogen vortreffliche Hymnus, der offenbar aus Sinnbildern der Kunst zusammengesetzt und auch den überbliebenen Abbildungen von ihr völlig gemäß ist. Sie erscheint in diesen geflügelt, hebt mit der Einen Hand vor der Brust das Gewand in die Höhe undblickt in den Busen.XX Oder sie beugt den Arm zur Brust zurück als ob sie vom Finger zum Ellenbogen hinabmesse.XXX Oder ist es im Rad unter ihren Füßen und in der Linken hält sie den Zaum,XXXX von dem das Epigramm redet. Oder sie hat Rad, Schleuder,XXXXXX Zaum und den Zweig vom Baume, kurz so viel Symbole bei einander, als sie zusammenfassen kann, daher auch ihr Bild eines der kenntlichsten ist unter den Allegorien der Alten. Hier ist der Hymnus.

An die Nemesis.

Geflügelte Nemesis, du, des Lebens Entscheiderin,
Göttin mit ernstem Blick, Tochter der Gerechtigkeit,
Du, die der Sterblichen stolz = schnaubenden Lauf
Mit ehernem Zügel lenkt.
Und hasset ihren verderblichen Ûbermuth
Und bannt hinweg den schwarzen Neid.

Ringsum dein Rad, das immer bewegliche,
Spurlose, wendet sich um der Menschen lachendes Glück.
Verborgen gehst du ihrem Fuße nach.
Und beugst der Stolzen Nacken.
Und missest am Maaße stets der Sterblichen Leben ab,
Und blickst zum Busen herunter mit ernstem Blick,
Indeß die Hand das Joch hält.

Sey gnädig, o Selige, du, des Rechts Vertheilerin,
Geflügelte Nemesis, du, des Lebens Entscheiderin,
Nemesis, dich die Untrügliche singen wir,
Und ihre Beisitzerin, die Gerechtigkeit.

Die Gerechtigkeit, die mit weiten Flügeln fliegt,
Die Mächtige, die der Sterblichen hochaufstrebendes Herz
der Nemesis und dem Tartarus selbst entzeucht.

Welch ein Hymnus! wie festgestellt und veredelt sind in ihm alle Begriffe! Keine Tochter der Nacht oder des Oceanus ist diese Göttin; Tochter der Gerechtigkeit ist sie,XXXXX die ihr als Mutter und Rechtsbesitzerin zur Seite ist, ja die, so untrüglich die Tochter entscheidet, auch Ausnahmen zu machen weiß und jene edlen großen Seelen, die selbst über das Maas hin ihr Vortreffliches unternahmen, allem Tadel der Göttin, ja selbst der Macht des Tartarus entziehet! –

[x x]........ Weises, lehrendes Bild! Denn in unserm ganzen Leben, was ist uns schwerer zu lernen als Maas im Glück? Den Unglücklichen beugt die Noth, oder sie sparet ihn mit ihrem ehernen Sporne: ihm setzen sich so viel Hindernisse entgegen daß er eher Aufmunterung bedarf, damit er sich selbst nicht verliehre, und im Staube zu Staub werde dem Glücklichen aber, dem Alles gelingt, dem alle Weide schmeicheln; was hält Ihn im, damit sein Muth nicht Übermuth werde? Keiner, als die innere Nemesis seiner Gedanken; er muß sich selbst zugebe lernen, auch wenn Hoffnung seine Schritte beflügelt. Selbst in der gerechtesten Freude soll man nicht groß thun: auch auf der rühmlichsten Bahn soll uns ein Ziel vorstehe, jenseit welchem wir den Lauf nicht verfolgen.
Adrastea begleide dich, Jüngling, es trete dir immer Sie die so manches Glück stürzte, die Nemesis nach, Dir eine günstige Beschützerin. Denn o Drusus, ich fürchte, In dir deines Geschlechts tapfere, schöne Gestalt, Deine göttlichen Muth und deine Klugheit – Der Dichter, sehen wir, fürchtet bei dem jungen Helden, der die Bahn seines Ruhms antritt, die Vorzüge seiner edlen Natur am meisten; und gibt ihm also die strengste Göttin, ohne welche das glänzendste Glück eben die gefährlichste Taüscherin wird, zur Seite. Dahin zielen so viel golden Sittensprüche der Griechen, die
in ihrer Moral immer auf die Sophrosyne, d. i. auf weise Nüchternheit und Mäßigung des Gemüths drangen. Da sie in ihrer schönen Sehart[?] menschlicher Dinge diese zum Mittelpunkt machten,

General Comment

Dette brev indeholder primært uddrag fra Herders afhandling om Nemesis.

Archival Reference
m18 1833, nr. 78
Thiele
Omtalt hos Thiele III, p. 511-516.
Last updated 10.05.2011 Print