The Thorvaldsens Museum Archives

 
No. 5320 of 10244
Sender Date Recipient
Johann Karl Unger [+]

Sender’s Location

Rom

Information on sender

Lille rødt laksegl med rester af slyngmonogram.

13.9.1830 [+]

Dating based on

Dateringen fremgår af brevet.

Bertel Thorvaldsen [+]

Recipient’s Location

Rom

Information on recipient

Udskrift: Für Seine Hochwohlgebohrn / Herrn Ritter von Thorwaldsen / berühmten Bildhauer / von / J. Carl Unger / Wi[xxxx]Rath

Abstract

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Rom am 13. Sept 1830.

Hochgeehrtester Herr und Freund

In den Jahrbüchern der Litteratur 46 Band 1829 April May Juny Wien bei Herold fand ich in der Beurtheilung von Weßenbergs Buch über die christlichen Bilder Seite 165 folgende Stelle, die ich im Gefühle an der Theilnahme Ihrer Bemerknung mit Freude dem so gerecht gewürdigten Künstler mitzutheilen eile.

J. Carl Unger.

”Nach diesen sehr allgemeinen Gedanken über einzelne Bildhauerei — beurtheilt der H[ err]. Verfasser neun Werke des Canova. Uns sagt aus denselben am meisten das Monument der Erzherzogin Christina zu Wien, am wenigsten die büßende Magdalena zu. Es ist bekannt, daß der große Künstler Canova mehr mit den heidnisch=symbolischen Begriffen vertraut war, als mit den christlichen, daß er eine seltene Virtuosität in der Ausführung des Graciösen besaß, im Kolossalen aber, im Ernsten und im Relief weniger glücklich war, an Technik und Meisterhaftigkeit der Handhabung des Meißels, mit dem er ein Heer von Statuen arbeitete, schwer je zu übertreffen seyn wird. – Nicht gleich geübten Meißel, aber unserem Dafürhalten nach glücklichere Ideen in der Erfindung, rein christlichen Sinn in seinen Werken, besitzt ein bewundernswerther Mann, Thorwaldsen, von dem vielleicht nichts Mittelmäßiges bekannt ist. Vortrefflich im Portrait, groß im Kolossalen, sinnreich und innig im Basrelief, steht er an Menge der Statuen als Marmorbearbeiter dem Canova nach, übertrifft ihn aber im Modelliren und in den Ideen. Nach unserer Meinung gehört Christus von Thorwaldsen zu den größten Werken aller Zeiten.”

Archival Reference
m15 1830, nr. 132
Last updated 10.05.2011 Print