Arkivet, Thorvaldsens Museum

 
No. 2183 af 10185
Afsender Dato Modtager
Franziska Caspers [+]

Afsendersted

Rom

Afsenderinfo

Brevet har været lukket med et rødt laksegl. I seglet ses aftryk af en oval signet og teksten “KO[X]MO[X] ONH[X]N(?)”.

Antagelig 21.4.1819 [+]

Dateringsbegrundelse

Dette udaterede brev har tidligere været foreslået dateret til onsdag d. 19.5.1819. Dette stemmer dog ikke overens med, hvad Caspers’ nære veninde Louise Seidler skriver i sine erindringer (jf. Kaufmann 2003, p. 214). Hun skriver, at Caspers drak te hos hende aftenen før adskillelsen, 20.4.1819. Nærværende brev skal sandsynligvis dateres til onsdag d. 21.4.1819.

Bertel Thorvaldsen [+]

Modtagersted

Rom

Modtagerinfo

Udskrift: Al Signor / il Signor Alberto Thorwaldsen / Palazzo Tomati / à / Roma.

Resumé

Caspers spørger oprørt Thorvaldsen, om han slet ikke vil sige farvel til hende. Hun føler med ham i en tid, som må være urolig for ham, og skriver, at minderne fra Rom vil smykke hendes liv med de smukkeste blomster og ikke kunne måle sig med nutiden. Caspers beder ham indtrængende møde hende kl. 10.30 på Hotel de l’Europe, mens fyrstinde Grassalkovich er ude. Hun slutter brevet med at bede ham destruere det.

Se original

Mittwoch früh.
Warum mein guter Thorwaldsen, wollen Sie mir nicht ein mündliches Lebewohl sagen ? warum ohne ein freundliches Abschiedswort sich von einer Freundin trennen, der Sie unaussprechlich theuer sind ? Niemand in der Welt kann an Allem was Sie betrifft innigern, liebendern Antheil nehmen als ich, warum denn mich fliehen ? Ich fühle in meinem eignen Herzen Alles was das Ihre drückt u. belastet u. keine Aufopferung wäre mir zu schwer, die zu Ihrem Glücke beitragen könnte. Ach Gott! Ich fühle es sehr lebhaft wie schrecklich die letzten Wochen Ihr Gemüth beunruhigen mussten u. keine Stunde des Tages vergeht – ohne dass ich mit dem innigsten Interesse an Sie dachte – So gerne möchte ich Ihnen mündlich ein freundliches Wort sagen – Wir sehen uns ja vielleicht im ganzen Leben nicht wieder, warum den Augenblick vorübergehen lassen – den das Schicksal uns freundlich gönnt ? Ihre Freundschaft, Ihre Liebe sind mir so unaussprechlich theuer, dass ich nie ein ander Glück begehre. – Die Erinnerungen von Rom werden mein Leben mit den schönsten Blüthen schmücken u. theurer werden mir diese Erinnerungen seyn – als alles die Gegenwart mir bieten könnte – Warum aber die herrlichen Erinnerungen durch die stören – sie dieses Mal durch Ihren eignen Willen nicht gesehen zu haben – mich so, wie man sich von den Gleichgültigen trennt – von Ihnen, theurer Alberto getrennt zu haben – Niemand in der ganzen Welt weiss etwas von diesem Briefe – u. auch Ihr vertrautester Freund soll u. darf nichts davon wissen – Ich konnte der Eingebung, dem Drange meines Herzens nicht wiederstehn – Das Ihre wird mich begreifen – u. nicht falsch beurtheilen – That ich Unrecht zu schreiben, so muss es der entschuldigen – der mein Herz kennt – Guter, lieber Thorwaldsen, kommen Sie heute zu mir, Sie darum zu bitten ist der Zweck dieses Briefes – Ich beurtheile Sie nach mir u. denke, dass es Ihnen wohl lieber ist – mich bei dem ersten Wiedersehen allein zu treffen – Die Fürstin fährt um 10 Uhr aus u. kommt vor 12 nicht nach Hause – Das ignorieren Sie, Sie wollen zu ihr kommen, finden sie nicht u. machen mir Ihren Besuch, was ganz natürlich ist; Ich freue mich unendlich Sie zu sehen u. bitte Sie mir diese erste u. letzte Bitte – nicht abzuschlagen – Sie haben in mir eine treue Freundin u. Theilnehmerin an Ihren Leiden – Nichts in der Welt kann ja die Gefühle schwächen, die mein Herz für Sie erfüllt – Täglich bete ich für Ihr Wohl – u. mein letzter Gedanke im Leben wird noch Gebeth für Sie seyn!
Kommen Sie bestimmt um halb 11 Uhr, nicht später lassen Sie sich durch kein Geschäft, keinen Besuch abhalten – unser Wiedersehen soll recht freundlich seyn – Wir wohnen in dem Hotel de l’Europe secondo piano – Aus meinem Fenster kann ich auf die spanische Treppe sehen u. Ihnen daher einen freundlichen, guten Morgen winken noch ehe mein Mund ihn ausspricht –
Können Sie mir nicht gleich durch die Ueberbringerin schriftlich antworten – so thun Sie es gar nicht, sondern sagen Sie nur ein freundliches Ja – Und kein Nein, mein theurer Freund, es würde mir zu, zu wehe thun –
Um halb 11 Uhr erwarte ich Sie – noch einmal, vernichten Sie diesen Brief u. Niemand erfahre je seinen Inhalt – Sie entschuldigen mich – Andre würden mich bitter tadeln –
Fanisca

Generel kommentar

Kommentarerne til dette brev er under udarbejdelse.

Arkivplacering
m35 V, nr. 31
Andre referencer

  • Sylke Kaufmann (red.): Goethes Malerin. Die Erinnerungen der Louise Seidler, Berlin 2003, p. 214.

Emneord
Invitationer til Thorvaldsen, i Italien · Thorvaldsens kvinder
Personer
P.O. Brøndsted · Maria Leopoldina Grassalkovich de Gyarak
Sidst opdateret 04.12.2016 Print