Arkivet, Thorvaldsens Museum

 
No. 1053 af 9855
Afsender Dato Modtager
C.R.W. Wiedemann [+]

Afsendersted

Kiel

Afsenderinfo

Rester af rødt laksegl med utydeligt motiv.
Poststemplet: “INSBRUCK 14 OCT 1811”, “MILANO L.T.”, ”[XX] OCTOBRE”

22.9.1811 [+]

Dateringsbegrundelse

Dateringen fremgår af brevet.

Bertel Thorvaldsen [+]

Modtagersted

Rom

Modtagerinfo

Udskrift: Al Signor Thorwaldsen / scultore renomatissimo e Cavalliere / del Danebroog. / Caffé greco, Via condotti / Roma.

Resumé

Kommentarerne til dette brev er under udarbejdelse.

Se original

Kiel 22 Septber 1811

Herzlichen warmen Dank, mein theuerster Freund, daß Sie, wie mir mein Schwager Schelling meldet, die Arbeit für unsre Nichte so uneigennützig übernommen haben. Ich bin unendlich froh dieselbe in Ihren Händen zu wissen und lege einen sehr hohen Werth auf Ihre Bereitwilligkeit. Von allen Schönen was ich in Rom verlassen habe, bedaure ich – ohne Schmeichelei – die mir immer fern war und seyn soll – Ihren Verlust am meisten und ich bedaure es oft, recht oft und innig, daß ich mich in Rom nicht mehr an Sie angeschlossen habe; daran war aber theils einen Gesundheitszustand, theils eine mir von jeher eigen, viellicht zu weit getriebene Bescheidenheit Schuld. Desto mehr sehe ich mich jetzt nach Ihrem Umgange und so sehr mich Ihr Bild, welches die Hauptwand meines Zimmers eingenommen und Ihre herrliche Zeichnung neben sich hat, anspricht, so unbefriedigt lässt es doch meine weiteren Ansprüche auf Ihre freundliche Unterhaltung. Könnte ich Sie doch einmal im Kreise meiner Familie sehen und beherbergen! ich darf ohne Ruhmsucht sagen, Sie würden sich bei uns gefallen. Aber wer darf sich so versündigen, Sie von Rom wegwünschen zu wollen ? und einen bloßen Ausflug von dort werden Sie doch wohl schwerlich je machen; da müsste ich also wieder zu Ihnen kommen; aber dazu habe ich weder Muth noch Hoffnung. Wo steckt nur der armen Hoier ? ich habe schon so lange gehofft ihn hier zu sehen, oder von ihm zu hören u. immer noch vergebens. Wie manche angenehme Kunde könnte er mir von römischen Freunden bringen! – ob auch unangenehme, betrübende ? – wer kann es wissen ? – Für den guten Schick fürchte ich immer Bitte, wenn Sie einmal ein halbes Stündchen übrig haben, so erfreuen Sie mich durch Kunde von sich selbst und von den andren Freunden. Sie wissen ja ich verstehe dänisch und da lassen Sie Ihren Feder in der Muttersprache freien Lauf. Was der unglückliche Huth wohl treibt ? und wie es den Schadows geht und dem ehrlichen Cramer und dem Eberlein und dem ehrenfesten Limpricht ? das möchte ich alles gern wissen. Der Stubb u. v. Smitten sind ja wohl längst nach Wien gewandert. Wer noch da ist, den bitte ich von mir schönstens zu grüßen; auch den Matthei nicht zu vergessen. Ich hoffe er habe irgend jemand das Muschel-Basrelief für mich mitgegeben. Wenn doch nur Ruhe und Friede auf Land und Meer wäre, damit man öfter aus so fernen Gegenden Bekannte zu sehen bekäme. Wenn der Cramer noch nicht nach Neapel ist, so soll er ja je eher je lieber hingehe treiben Sie ihr lieber Thorwaldsen mit Gewalt, wenn er nicht im Guten will und daß er da hübsch ordentlich lebt und der Dampfbäder gebraucht und die übrigen Verordnungen, die Dr. Mayer für ihn nöthig findet. Leben Sie wohl, mein theuerster Freund u. erfreuen Sie bald durch einen Brief

Ihren
herzlichst ergebenen
Wiedemann

verte

[På brevets bagside er skrevet følgende:]
per andare a S Ignazio il Corso abita il Banchiere Schultheiß quella casa al cantone a mano manca.

Arkivplacering
m3 1811, nr. 28
Personer
Wilhelm von Huth · Limpricht
Sidst opdateret 01.08.2013 Print