Arkivet, Thorvaldsens Museum

 
No. 1744 af 10185
Afsender Dato Modtager
Franziska Caspers [+]

Afsendersted

Wien

Afsenderinfo

Rødt laksegl med aftryk: COSMOS[?] / ON[XXXXX]

29.10.1817 [+]

Dateringsbegrundelse

Dateringen fremgår af brevet.

Charlotte Thierry [+]

Modtagersted

Hamburg

Modtagerinfo

Udskrift: Von Wien / An das Fräulein / Charlotte Godeffroy / in / Hamburg

Resumé

Caspers er rystet over Thierrys fars svære sygdom. Men hun glæder sig over at høre, at Thierry er blevet forlovet og spørger ind til hendes tilkommendes navn, nationalitet, yndlingsfarve m.m. Caspers har været hjemme i Tyskland i fire måneder, men er nu vendt tilbage til sin “venneløse tilværelse” i Wien. Hun opdaterer sin veninde om mange af deres fælles bekendte og omtaler også udsmykningen af Casa Bartholdy og Casa Massimo, en ung improvisatrice og to arkæologiske fund.

Se original

Wien den 29ten Oct. 17

Dein freundlicher Brief, meine geliebte Lotte, hat mich bekümmert u. mir Freude zugleich gemacht: die Nachricht, die Du mir Deinen vortrefflichen Vater betreffend mittheilst hat mich tief erschüttert. Der arme Mann – bei seiner Lebhaftigkeit, wie schrecklich muss ihm dieser Zustand sein – doch ich hoffe auf Besserung. Voriges Jahr rührte der Schlag den Feldmarschall Schwarzenberg – die ganze linke Seite war gelähmt – nun ist er wieder hergestellt, kann reiten, gehen Billard spielen – nur alles nicht ganz so wie sonst. Gott wird Deinem herrlichen Vater auch helfen – und ihm vertraue ich – der den Guten so gerne beisteht.
Nun meine innig geliebte Lotte – lass mich Dir von der Freude sprechen die die Nachricht Deiner nahen Verbindung mir gab. Der Mann den Du gewält – muss vertrefflich seyn – weil Du ihn gewält – glücklich muss er in Deinen Besitze, Du liebe Lotte, auch werden. Gieb mir nur um Gottes willen bald nähere Nachricht. Nicht einmal den Nahmen Deines Gatten weiss ich – weiss nicht, welchem Lande er angehört. Ich hoffe ein Deutscher besitzt meine ächt deutsche Lotte – gehört er einer andern Nation an – nun so ist er gewiss so gut – doch er verdiente ein Deutscher zu seyn – ich bitte Dich – sag nur recht weitläufig über Alles was Dich betrifft – schreibe mir das nächste Mal keinen so laconischen Brief – als der vorige war. Sogar die Farbe Deines Brautkleides möchte ich kennen. Auch den Vornahmen Deines Gatten will ich wissen. Heisst er nicht – Carl – August – od: Heinrich? Was für Augen – was für Haar hat er? Wie viel Schuh ist er hoch? – auch die Zoll vergiss nicht. Welche Farbe ist seine Lieblingsfarbe u. wie u. wo lerntest Du ihn kennen – wenn Du mich liebst so berichte nur alles ausführlich. Deinen Brief von Meaubeuge habe ich leider nicht erhalten. Vielleicht liegt er hier bei Godeffroy. Noch sind sie aber auf dem Lande u ich kann also keine Erkundigung einziehen. Ich habe 4 herrliche Monate im Reich verlebt. Gott! wie seelig war ich zu hause – überglücklich und ein Schatz der schönsten Erinnerungen – habe ich mit hierher in mein freundenloses Daseyn genommen. Seit 4 Wochen bin ich zurück – u ich könnte diese schöne Zeit für einen Traum nehmen wenn mir nicht die Sehnsucht meines Herzens sagte dass es mehr als Traum war. Unsre gute Josephine hat unter den fürchterlichsten Leiden ihr Leben geendet – es ist mir Beruhigung sie bei ihrer Jeanette im Himmel zu wissen. – Das österr. Militär ist fast alle zurück. Koller ist noch in Neapel auch Tobie – der jetzt bei dem General Staab ist – u in der Gegend grosse Messungen vornimmt – er geht jetz an die ad. Küste – um dort sein Wesen zu treiben. Ich erhielt heute Briefe von ihm. Er ist ein recht treuer Freund – mehr darf er mir nie werden – wir müssen vergessen, was wir einen Augenblick träumten. Nina war dieses Frühjahr nach Steyermark gekommen – konnte aber das deutsche Clima nicht vertragen u. ging mit Elisen nach Rom zurück. Pobechheims sah ich in Mannheim. Nun sind sie für diesen Winter in Mailand – wo Marie sich an einen Österreicher vermählen wird. Deine Vermälung will ich ihnen nächstens mittheilen – wenn Du ihr einmal schreiben oder ihr recommandieren willst – so darfst Du den Brief nur nach Mailand Croce di Malte ad: von Rösel weiss ich gar nicht. Die Fresco Malereien von Bartholdy sind zum grossen Rühme der Künstler die dort malten, vollendet. Jetzt malen die Nähmlichen den Pallast Massimi. – Thorwaldsen hat unendlich viel zu tun. Eine junge improvisatrice von 17 Jahren macht jetzt in Rom viel aufsehen. Auf dem Wege nach Puzzoli fiel neulich ein Bauer in einem Weinberge – plötzlich in ein Grab u brach den Fuss. Dieses Grab enthielt 4 Särge mit basreliefs. Auch fand man darin noch viele andre interessante Dinge. Doch nicht in Italien allein theilt die Erde Schätze und kürlich wurde in Slavonien – bei dem machen eines Wegs – eine goldene Königskrone aus den fernsten Zeiten gefunden – herrlich gearbeitet und wol erhalten. – Ich habe hier einen recht artigen jungen Hamburger kennen lernen, der sehr gewiss reich ist – Dr. Hahn – er scheint ein Jude. Doch verdiente er Christ zu seyn. Kennst Du Huthwalker der sich nächstens vermälen wird. Seine Braut ist die Schwester einer Freundin von mir – u ich sah sie voriges Jahr täglich – Wir sind umgezogen und wohnen jetzt in der Riemerstrasse No. 870.
Du erwähnst mit keine Worte Carl. Wie geht es ihm. Grüsse ihn freundlich. Deinen guten Vater grüsse ich von Herzen. Dich umarmt von ganzem Herzen Deine Freundin –

Fanisca

Generel kommentar

Dette brev blev skænket af efterkommere til Charlotte Thierry til Thorvaldsens Museum i 1975.

Arkivplacering
m30A, nr. 92,2
Thiele
Ikke omtalt hos Thiele.
Emneord
Nazarenerne (Lukasbund) · Thorvaldsens kvinder
Personer
Sophie von Pobeheim · Johann Gottlob Samuel Rösel · Karl Philipp von Schwarzenberg · Bertel Thorvaldsen
Sidst opdateret 29.06.2016 Print