Arkivet, Thorvaldsens Museum

 
No. 932 af 10219
Afsender Dato Modtager
Tjarko Meyer Cramer [+]

Afsendersted

Genzano

Afsenderinfo

Brevet har været forseglet, muligvis med voks.

11.7.1810 [+]

Dateringsbegrundelse

Dateringen fremgår af brevet.

Bertel Thorvaldsen [+]

Modtagersted

Rom

Modtagerinfo

Udskrift: Al illst.r Sig.r / Sig.r Alberto Thorwaldsen / Roma.

Resumé

Kommentarerne til dette brev er under udarbejdelse.

Se original

Gensano den 11 Julius 1810.

Lieber Herr Thorwaldsen!

ich wünsche daß diese Zeilen Ihnen heiter und wohl treffen mögen und da ich von Ihre Güte stets die freundlichste Theilnahme erhalten habe, so melde ich zuerst daß die Veränderung der Luft bisjezt sehr guten Einfluß auf meine Gesundheit gehabt hat, und daß ich fast hoffe doch noch wieder einmahl gesund zu werden. Nur laßen die Schmerzen im Rücken und Magen – die sich indeßen auch merklich vermindert haben – mir keine Ruhe zum sitzen, weßwegen ich entweder immer gehen oder liegen muß und also gar nicht im Stande bin etwas zu zeichnen oder mahlen wodurch ich die Langeweile die Mutter der Melankolie tödten mögte.
Daß ich es wage Ihnen mit diese Zeilen zu incommodiren geschiehet auf flehentlichen Bitten der Sra Vittoria, welche hier mit Ihrer Mann wohnet. Dieselbe ist nach meinem Berichte von dem traurigen Zustande unsers lieben Wahls welche das arme Weib fast zur Verzweiflung gebracht hat, förmlich entschloßen ihm in Pisa zu besuchen. Auch ist ihr Mann damit einig und will ihr begleiten, nur wünschen sie die Reise in Ihrer Gesellschaft lieber Herr Thorwaldsen zu machen, und weil des Mannes Geschäfte nur die eben geheilte Kränklichkeit des ältesten Kindes die Mutter für den Augenblick nicht erlauben nach Rom zu kommen um das nötige deßwegen mit Ihnen zu besprechen so wünschten sie, falls die Geschäfte es erlaubten – Ihnen hier zu sehen oder wenn dieses nicht geschehen könen eine umgehende schnelle Antwort, wann und auf welche Art Sie lieber Herr Thorwaldsen zu reisen gedenken und ob Ihre Ihre Gesellschaft angenehm seyn würde. Die Vittoria hat seitdem sie ihren Mann soweit gestimmt hat keine Ruhe mehr, und wurde niemahls ruhig werden könen wenn sie Wahl nicht noch einmahl gesehen, auch erwartet sie alles gute von ihrer Besuch und nichts ist ihr so lieb oder theuer was sie daran nicht wagen mögte.
Es macht mir lieber Herr Thorwaldsen! die gröste Freude Ihnen solche edeln Beweise von innige freundschaftliche treue Liebe und Anhänglichkeit mittheilen zu müßen. Beyde Mann u. Frau sind gleich gesinnt und ich weiß nicht welches ich am mehresten dafür hochachten muß; denn sie äußern beyde gleich stark ihre Liebe und es ist rührend zu sehen wie eines mit der andere in die Wette streitet, Mittel zu ersinnen die allenfalsigen Schwierigkeiten aus dem Wege zu räumen. Von den Kosten ist gar nicht die Rede denn um Wahl zu retten mögten sie wohl alles wagen, nur hat der Mann auch einige Bedenklichkeiten wegen die Mutter u das kleinen Kind. Aber Vittoria achtet alles dieses gar nichts und es fehlt zu der Ausführung [xx]r [xxx]Plane nichts als nur die Verabredung mit Ihnen. Vor erst aber wünscht die Vittoria daß ihre Mutter davon nicht unterrichtet würde eher als bis alles in Ordnung ist denn sie furchtet alles wo sie nur einige Einwendungen vermuhtet.
ich bitte Ihnen der allergütigsten Frau von Humboldt mich zu empfehlen und der guten Einfluß der Luft auf meine Gesundheit Ihr mitzutheilen.
Leben Sie wohl lieber Hr Thorwaldsen! und empfangen Sie gütig meine gröste Hochachtung und Liebe       TCramer

NB Im Fall Sie nach hier kommen können, so werden wir der Sr Pietro u ich Ihnen bis Albano mit Pferde oder Esel entgegen kommen. Zu den Bitten dieser guten Leute füge ich die meinigen, und wünsche daß Sie Herr Heuer mitbrächten.

Arkivplacering
m2 1810, nr. 18
Thiele
Delvist gengivet hos Thiele II, p. 157-158.
Sidst opdateret 10.05.2011 Print