Arkivet, Thorvaldsens Museum

 
No. 5793 af 10185
Afsender Dato Modtager
Joseph Mainzer [+]

Afsendersted

Trier

29.5.1832 [+]

Dateringsbegrundelse

Dateringen fremgår af brevet.

Bertel Thorvaldsen [+]

Modtagersted

Rom

Modtagerinfo

Udskrit: “Herrn / v. Thorwaldsen / Ritter vieler hoher / Orden hochwohlgeborn / in Rom.”

Resumé

Kommentarerne til dette brev er under udarbejdelse.

Se original

Trier den 29ten. Mai 1832.

Herrn Ritter v. Thorwaldsen.

Das hohe Glück, das mir durch Ihre Bekanntschaft und durch die der deutschen Künstler in Rom zu Theil ward, und die unvergleichlichen Tage und Feste, die wir feyerten, waren zu schön, um für eine Ewigkeit dahin zu seyn; letztere wenigstens müßen, soweit es die Kunst vermag, erhalten und neuverjüngt, und von Zeit zu Zeit wieder ins Leben gerufen werden. Die Künstler, sie leben und weben noch im Lande der Ideale, da, wo wir dieße Feste feyerten, Thorwaldsen der Vater aller Künstler der dieße Feste schmückte, ist noch unter ihnen, und ich, so fern, so nah, ich bringe ihnen die längst verklungenen Lieder. Das Meinige zur Verewigung jener unvergesslichen Tage beizutragen, bewog mich zur Herausgabe dieser beifolgenden Lieder. Gewiß Sie zürnen mir nicht, daß ich nicht zuvor um die Erlaubniß meiner Dedikation nachgefragt. Soll das, was einst so warmeres Herz geklungen, schon verhallt seyn? Oder sollten leere Formen mir nicht erlauben, Ihnen von neuem dieße Töne ins Gedächtniß zurückrufen zu dürfen? Nein, lassen Sie mich wissen, daß meine Nachklänge die Erinnerung jener schönen Tage, die bei mir und bei allen damals Gegenwärtigen nur mit dem Leben ausgehaucht wird, von neuem angefacht, dann habe ich meinen Zweck erreicht.

Ich habe für jeden, bei unseren Festen gegenwärtigen Künstler ein Exemplar dieser Lieder bereit liegen und hätte gewünscht, einen Theil nach Rom schicken zu können, habe aber bisher keine Gelegenheit finden können. Ich fordere daher jeden derselben auf, sein Exemplar, auf welche Weise immerhin nur abnehmen zu lassen, und sey es auch erst nach Jahren. Ich bin überzeugt, daß Männer wie diese, die so liebevoll sich an mich angeschlossen, diesen Nachklang einer schönen Zeit, so wie er warm aus meiner Seele kömmt, in der ihrigen wieder warm werden aufleben laßen.

Seit ich Rom verlassen habe ich bereits meine Oper “Salvator Rosa”, ein Oratorium “Die Himmelfahrt Christi” geschrieben, eine große Singschule mit einer allgemeinen Musiklehre herausgegeben. Für meine Komposition “Deutschlands Retter” haben Sr. Majestät der König von Preußen mich die goldene Künstlermedaille verliehen.

Indem ich so den Künstlern zu Rom und Ihnen, dazu Vater aller Künstler diese Huldigung darbringe, sege ich die frohe Hoffnung, daß Sie Alle meine glühende Anhänglichkeit und Liebe nicht ungern gesehen. Dann werde ich auch erfahren, daß meine Lieder nicht spurlos verklungen, und daß sie nicht kalt jetzt abgeprällen, wo sie einst so warmen Anklang fanden.

Mit dieser Liebe und inniger Begeisterung bin ich auf die Zeit meines Lebens ganz und ewig derselbe

J Mainzer

Arkivplacering
m17 1832, nr. 55
Thiele
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Sidst opdateret 17.02.2012 Print