Arkivet, Thorvaldsens Museum

 
No. 4925 af 10181
Afsender Dato Modtager
Christian Daniel Rauch [+]

Afsendersted

Rom

10.12.1829 [+]

Dateringsbegrundelse

Dateringen fremgår af den bog, hvori brevet er trykt.

Ernst Rietschel
Resumé

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Se original

[…] grabungen und das herrlichste aller Broncebilder die schöne Victoria, Kirchen. Bildergalerien, die Promenade, besuchten am 2ten nochmahls das arcivescovale um die Victorien etc zu sehen, und kamen gegen Abend zu Mailand an, hier verweilten wir bis zum 9ten, wir besuchten die Abtey Saronno, die die schönen Frescowände von B. Lutino gemahlt bewahrt. Könnten Sie ahnen, was diese Worte ausgesprochen andeuten, welcher Genuß mir daselbst wurde, im Vorgenuße würden Sie die beseeligendste Empfindung mit mir theilen, wir gingen am Abend zu Como am See promeniren, sahen den Dohm seltner Schönheit in Marmor gebaut daselbst und fuhren mit dem Dampfboote hinauf bis zur Spitze von Villa Servellari, wo der See von Lecco sich mit dem von Como vereinigt. Die Sonne war brennend, wir sahen die reichen Villen und Gärten der Melzi, Sommariva und sahen mit der Herrlichkeit des Sees in letzter Villa den Marmorfriß und den Alexanderzug von Thorw: Wie soll ich Ihnen diesen Aufenthalt versinnlichen? wenn ich damit beginnen muß daß auf Rosenterrassen der Palast sich erhebt, Pinien, Cypressen, den Hügel umgränzen, und die Myrthen so üppig wucherten, daß indem wir durch die Gänge streifften [sie] uns den Geruch der Rosen vergessen machten, wir gondelten etwas aufm See und erwarteten das Dampfboot welches 4 Meilen weiter nach der Splügenstraße zu gefahren war zurück, und waren von 3 Uhr bis 6 Uhr in Como zurück, wir bestiegen den Eilwagen und trafen um 11 Uhr (5 Nov.) im Gasthofe bei Reichmann ein. Die schöne Mitterung begünstigte unsere Thätigkeit im Besuchen der Museen, Kirchen, Paläste, und der lebenden Künstler, welche alle sehr beschäfftigt sind, von Longhi und Anderloni [beide Kupferstecher] wurde ich sehr freundlich aufgenommen, auch die große Statuengießerei wurde nicht vergehen und den Sonntag Vormittag (8ten) brachten wir auf dem Dohme zu, und auf der höchsten Zinne inmitten dieses Marmorwaldes begrüßte ich Sie und den Zugspitz aufs herzlichste, und versprach ihm einen neuen Sonntagshut wenn er Sie mir herüber gereicht hätte, der Kerl blieb aber stumm als hörte er mich nicht. Abends um 11 Uhr von hellstem Mondschein beleuchtet, im Reisekostüm bin ich diesen Riesenbau umschritten seiner Pracht und Schönheit mich erfreuend. Mir kamen am 9ten bis Novi, nachdem wir an 2 Stunden dem 2ten Wunder der Lombardei (der Karthause von Pavia) gewidmet hatten. Um 2 Uhr am 10ten genoßen wir nach dem Gruße hundert schöner Ansichten des Meers, und der Stadt die Allerimponirendste der Einfahrt am Leuchtthurm der von Genua. Mein Glück war so groß, daß ich Gott nie gefühlteren Dank gelobte als hier. Des andern Tages machten wir noch 2 Posten bis Ripallo wo die Wellen des Meeres an meinem Schlafgemache sich brachen. Die Schönheiten der Erde scheinen sich hier alle vereinigt zu zu haben um so etwas vollkommenes zu leisten als man hier wirklich sieht, um ½ 11 Uhr am 12ten trafen wir in Carrara ein. Gaetano, seine Familie, die Arbeit traf ich im besten Zustande an. Franz kannte keines seiner Geschwister; am 15ten traf ich zu Florenz ein, der erste Regentag war der folgende, ich ließ meinen Reisewagen daselbst und reißte am 20ten mit Veturino von Florenz, Kälte war eingetreten, ich genoß aber des schönsten Reisewetters, welches mir auch Gelegenheit gab sehr viel zu Fuße zu machen. Der Maler Rund[t] war mit einer andern Vettura, Engländer, Schweitzer, Deutscher Kupferstecher E. Schüler, Frauen p. In den Städten Arezzo, Perugia, Spoleto überall wurde etwas gesehen und zog das 18te mahl am 25ten Mittags in Rom ein, obgleich es regnete, so war mein Entzücken, meine Erwartungen größer als alle früheren mahle, und so bringe ich meine Stunden hin, in bekannter Umgebung des Hauses, der Freunde oder der Kunstwerke, alles hat für mich nach langer Entbehrung ein dringenderes höheres Intereße. Mit Thorw. bin ich stündlich und die Gespräche mit diesem genialen pracktiker, über sein Schaffen, oder des Gegenseitigen, sind mir lehrreich und werden mir unvergeßlich bleiben, zugleich freue ich mich daß nun bald Sie ihn kennen lernen, ich werde ihn Ihnen besonders empfehlen. Der freundlichen Familie von Küster und von Klenze bitte ich meine herzlichsten Grüße zu bestellen, so an Stiglmaier und die sich meiner erinnern. Wenn ich H. Stiglm. rathen sollte, so würde ich ihn abhalten die Güße des Obeliskes fortzusetzen, weil ichs durchaus für unmöglich halte für jeden Gießer der Welt, dieselben nach Wunsche herzustellen, es wird sein Ruin seyn! Franz ist vorgestern hier angekommen. Das Danaidenköpfchen bitte ich an den G. O. post Rath v. Wolf auf ein Sockelchen, Fuß p. gesetzt mit meinem Gruße zu senden, und hinzuzufügen daß es das Bildniß einer Berlinerin sey. Grüßen Sie Thäter und Ihren Freund, ich gratulire zu den ersten Studien.

4. wann ist Berges abgereist. Die Witterung ist abwechselnd trübe und heiter, aber immer warm und still, einen Mantel und Überrock habe ich noch nie gebraucht. Diese Ruhe der Natur ist mit der übrigen Schönheit mein höchstes Entzücken. Da ohnehin das Sehen der Kunstwerke mich und mein ganzes Wesen in große Bewegung setzt, Gott sey es Dank nie befand ich mich besser als jetso. Nun leben Sie wohl und behalten mich lieb.

Ihr ergebenster Freund

Rauch.

P. S. Gegen Anfang Febr. bitte zur Aufnahme Thorw. meine Zimmer ordnen zu lassen, indem derselbe Da abtreten wird. Ferner das Nähere.

R.

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Generel kommentar

Uddraget er afskrevet efter Rauch og Rietschels breve, op. cit. Kun de dele, der vedrører Thorvaldsen, er medtaget.

Thiele
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Andre referencer

  • Rauch & Rietschel: Briefwechsel zwischen Rauch und Rietschel, 1. Band, Berlin 1890, p. 40-42.

Personer
Bertel Thorvaldsen
Værker
Sidst opdateret 04.07.2017 Print