Arkivet, Thorvaldsens Museum

 
No. 4574 af 10207
Afsender Dato Modtager
Bertel Thorvaldsen [+]

Afsendersted

Rom

29.9.1828 [+]

Dateringsbegrundelse

Dateringen fremgår af den trykte gengivelse af brevet.

Wilhelm Dorow [+]

Modtagersted

Antagelig Berling

Modtagerinfo

Ingen udskrift kendes, da originalbrevets arkivplacering er ukendt.

Resumé

Kommentarerne til dette brev er under udarbejdelse.

ALBERT THORWALDSEN
über die Sammlung Etrurischer Alterthümer
des Herrn Dr. DOROW.

Meine Ansicht, welche ich unter dem 30. März d. J. über die Sammlung etrurischer Alterthümer des Herrn Hofrath Dorow aussprach, lautet folgendergestalt:

„ Die Meinung, welche ich von der bedeutenden Sammlung von Alterthümern des Herrn Hofrath Dorow habe, ist so groß und bestimmt, daß ich kein Bedenken trage, sie niederzuschreiben und zu unterzeichnen, und ich kann dieß um so mehr thun, da ich sämmtliche Gegenstände dieser zahlreichen Sammlung von dem Orte, wo sie ausgegraben und gefunden worden, jetzt hier habe ankommen sehen, so daß deren gänzliche Ächtheit aufs strengste zu verbürgen ist. Ein Vorzug, dessen sich diejenigen Kunstgegenstände, welche mittelst des Kunsthandels erworben werden, nicht in dem Grade zu erfreuen haben.

Diese herrliche Sammlung, welche ans gemalten Vasen aller Formen, Bronzen, geschnittenen Steinen u. s. w. besteht, ist sowohl rücksichtlich ihrer Qualität als Quantität von dem höchsten Interesse für Kunst, Mythologie und Alterthuntskunde, und zwar nicht allein durch die Schönheit und Seltenheit der sich darin befindlichen Gegenstände, von denen manche wohl nirgendwo noch einmal vorhanden sind, sondern auch durch die Gewißheit, daß die ganze Sammlung aus den Gräbern des alten Tarquinii, dem heutigen Corneto, herstammt. Dieselbe ist daher die einzige Sammlung, welche eine lokale, und zwar eine acht etrurische, genannt zu werden verdient. Ausserdem kann ich als Augenzeuge erklären, daß sämmtliche Gegenstände gut erhalten hier von dem Orte ihrer Auffindung angekommen sind, das heißt, daß man sie demnach im vollsten Umfange des Begriffs Alterthümer heißen kann, indem solche nicht, wie dies bei den meisten Gegenständen des Alterthums, die hier einzeln verkauft werden, der Fall ist, zur Hälfte oder auch gar zu drei Viertel neu hinzu restaurirt ist, so daß es oft sehr schwer fällt, das Neue von dem Alten zu unterscheiden.”

Ich bestätige solches in allen Punkten, muß aber jetzt, da seitdem diese Sammlung mehr als noch einmal so groß geworden ist, und sich mit noch bedeutendem Gegenständen als die ersteren in dieser Art vermehrt hat, einige Worte zufügen.

Auch diese neuen Gegenstande habe ich stets hier ankommen sehen vom Orte ihrer Auffindung, und es gilt von denselben, was ich früher bereits gesagt habe. Unter diesen neuern Vasen befinden sich namentlich zwei griechische mit gelben Figuren auf schwarzem Grunde, welche an Größe, Schönheit der Zeichnung und Erhaltung, Reichthum der Inschriften mit den herrlichsten Vasen aller Länder nicht allein wetteifern können, sondern wahrscheinlich den Preis erhalten würden.

Diese große Sammlung gemalter Vasen des Herrn Dorow kann übrigens mit keinem bestehenden Museum verglichen werden, indem es eine durchaus neue, bisher noch unbekannte Gattung von Vasen ist, zu deren Bekanntschaft der Herr Eigenthüiner uns verholfen hat, und die man bis jetzt noch nirgend weiter antrifft, vielleicht einige wenige Vasen in Privatsammlungen ausgenommen. Es sind die Ersten, welche man nunmehr mit Recht etrurisch nennen kann, und die an Feinheit der Erde, Kunst der Malereien und Schönheit der Formen den Nolaischen nicht nachstehen, und durch die Menge der Inschriften einen sehr hohen Werth erhalten.

Es ist jetzt nicht mehr allein das alte Tarquinii, welches dem Herrn Dorow diese Schätze geliefert hat, sondern die Ausgrabungen bei dem nahe gelegenen Ponte Badia brachten die Hauptstücke hervor, und um ein etrurisches Museum ganz vollständig zu haben, so besitzt nunmehr auch die Dorow’sche Sammlung mehrere dreissig Hauptvasen mit Basreliefs von schwarzer Erde aus dem alten Clusium, und wetteifert nun auch in dieser Beziehung mit der Großherzoglichen Gallerie in Florenz — eine höchst seltene Gattung Vasen, welche bisher noch nicht in Kunsthandel gekommen und ausser Florenz nicht bekannt geworden ist.

In das Detail dieser herrlichen und in ihrer Art einzigen Sammlung einzugehen — welche, wenn auch nicht viele, so doch mehrere Bronze – Gegenstände enthält, die nirgends weiter anzutreffen seyn möchten, z. B. einen Schild von getriebener Arbeit, Goldblech mit getriebener Arbeit vom Harnisch u. s. w. — kann nicht die Absicht dieses Gutachtens seyn.

Doch über die Sammlung als ein Ganzes will ich noch bemerken, daß wenn Einzelne oder auch ein Gouvernement Einzelnes aus diesem Museum zu acquiriren wünschen, und der Eigenthümer dieses zugestehen sollte, dieses Trennen der Gegenstände eine Versündigung an Alterthum, Wissenschaft , Kunst und Kunstgeschichte des so wichtigen etrurischen Volkes seyn würde. So wie die Sammlung jetzt besteht, erscheint sie als ein großes Ganze, als eine Lokalsammlung der wichtigsten etrurischen Kunstwerke, wie kein Land, kein Staat, weder in Italien noch sonst wo, sie bis jetzt aufzuweisen hat. Man kann wohl behaupten, daß keine Form der Vasen in Etrurien je gefunden ist, die nicht auch in dieser Sammlung anzutreffen wäre.

Herr Dorow besitzt also in dieser Sammlung ein in sich abgerundetes Ganze, mm kann sagen, eine Geschichte etrurischer Kunst, Mythe, vielleicht auch Sprache u.s.w., und es ist nicht zu viel gesagt, daß diejenige wissenschaftliche Anstalt, welche dereinst so glücklich seyn wird, dieses Ganze «Eigenthum» nennen zu dürfen, alsdann die größte, vielleicht einzige Sammlung von Kunstproductionen der ältesten Zeit etrurischer Völker besitzt, die existirt, und ohne welche keine Forschungen und Fortschritte im Felde etrurischer Alterthumswissenschaften zu machen seyn werden.

Rom, den 29. September 1828.
(Gezeichnet.) Albert Thorwaldsen.

Generel kommentar

Brevet kendes ikke i original, men derimod fra en udgave trykt af modtageren Dorow i hans bog Etrurien und der Orient nebst Albert Thorwaldsen’s Darstellung der 1828 entdeckten Etrurischen Alterthümer, Heidelberg 1829, p. 27-31. Den originale opsætning af brevet er derfor ligeledes ukendt, og opsætningen her derfor blot et skøn.

Brevet er overordentligt interessant, da det giver et enestående indblik i Thorvaldsens måde at bedømme og værdsætte antikke værker på. Samtidig gør Thorvaldsen sig mange interessante overvejelser om samlingens ægthed (som han kan bekræfte, da han har set den blive udgravet), dens indhold, dens skønhed og sjældenhed og dens unikke status som en komplet og ægte etruskisk samling. Samtidig bemærker han, at en opsplitning af genstandene ville være en forsyndelse mod antikken, videnskaben, samt det etruskiske folks kunst og kunsthistorie.

Dermed gør Thorvaldsen sig overvejelser af museologisk art, som også i dag kunne være relevante. Thorvaldsens eget museum er i høj grad et eksempel på, hvor vellykket et museum kan være, som netop har en hel og komplet samling – i Thorvaldsens tilfælde: alle hans værker, hans maleri-, grafik- og antiksamling samt talrige objekter med tilknytning til hans person. Se hertil evt. samlingerne på Thorvaldsens Museums hjemmeside.

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Thorvaldsen som kunstkender
Sidst opdateret 10.05.2011 Print