The Thorvaldsens Museum Archives

Comment on 9.6.1827

[Markeret som note i teksten med følgende indhold:] Die Idee und der Entwurf dieses Werkes beruht nur auf einer Metapher. Die Schweizer Garde hat wohl einem Löwen gleichen können; aber ein Löwe würde sich nicht für die Erhaltung einer Fahne, sey sie roth oder weiß, interessiren. Der Ausdruck des Schmerzes und des Todes ist darin vielleicht so wahr als stark; aber es ist in dieser ganzen Allegorie viel Dunkelheit und die Idee davon ist kalt. Was die Ausführung betrifft, so lächelte Thorwaldsen und schüttelte den Kopf, als er vor diesem Löwen vorüberging, und zeigte uns mit gerechtem Stolz ein Modell desselben Thieres, das er eben nach der Natur beendigt hatte; eine zahlreiche Menagerie war zu Rom angekommen und er hatte die Gelegenheit benutzt. Jeder junge Künstler, der zu eifrig seinen Ideen einen Aufflug zu geben und sie ohne Studium zu verwirklichen strebt, wird wohl thun, diese beiden Werke zu vergleichen: Thorwaldsen ist in diesem Falle sein eigner bester Commentator. Canova führte seinen Minotaurus, wie man versichert, nach einigen der schönsten lebenden oder sterbenden Pferde aus, die er zu Rom finden konnte. Seine Löwen wenn sie nicht ganz natürlich sind, nähern sich doch der Natur sehr. Ihm standen die Reize der Frauen von Italien zur Verfügung und einmal realisirte er fast, was man von der antiken Sculptur erzählt. Thorwaldsen selbst führt nie eine Statue aus, ohne die tiefsten und weitumfassendsten Untersuchungen anzustellen. Seine Venus kostete ihm dreißig Modelle, die Bachantin dem Bartolini noch mehrere. Ich habe beide, unter Anführung der Einzelnheiten, die Nothwendigkeit und die Kosten dieser Studien beklagen hören. Zu frühe Heirathen und noch frühere und schädlichere Zerstreuungen haben die großen Städte eines großen Theils ihrer einstigen Schönheiten beraubt.

Last updated 18.08.2014