Arkivet, Thorvaldsens Museum

 
No. 8958 af 10185
Afsender Dato Modtager
Johan Bravo [+]

Afsendersted

Rom

Afsenderinfo

Poststempler: DIREZIONE DI ROMA / 12 MAR 42 / T.T. / HAMBURG / 28. März. 42.

12.3.1842 [+]

Dateringsbegrundelse

Dateringen fremgår af brevet.

Jonas Collin [+]

Modtagersted

København

Modtagerinfo

Udskrift: Danimarca / Sr. Hochwohlgeboren / Herrn Conferenzrath Collin / Großkreuz des Dannebrog / Kopenhagen

Resumé

Kommentarerne til dette brev er under udarbejdelse.

Se original

Rom 12 März 1842

Herrn Conferenzrath

Collin

Hier hat sich das Blatt wiederum gewendet und auf Ihr begehren wenn etwas vorfällt es Ihnen mitzutheilen, komme ich hermit Ihre Befahle nach.

Ihr verehrtes Schreiben von 19 v. M. habe ich am 7 d. erhalten u wie ich gleich darauf zu Thor. ging und mit ihm alles darin u in seinen Briefen in der größten Ruhe besprochen hatte, sagte er mit der größten Gleichmuth, sein Schüler Galli werde ihm am selben Abend noch mit Frau und Kind verlassen. Aufs höchste erstauet, da ich am Tage vorher beim Einpacken der Bücher beide in der besten Harmonie gesehen u verlassen hatte. Kurz er ist aus seinem Hause fort. Die wahre Ursache weiß ich nicht doch Hauptsache ist wohl das leidliche Geld. Für mich eine Klage mehr ich schlafe seitdem dort, denn ich konnte den alten Mann nicht allein liegen lassen, er ist ja wie vorlassen und fühlt sich seitdem auch ganz unheimlich. Auf das hingeworfene Wort, die Reise nunmehr mit der Fregatte zu machen, ging er willig ein und er schien entschlossen. Doch Sie kennen ihn besser als ich. Wie ich Tags darauf bemerkte ich mußte gleich darum schreiben, da der König in seinem Brief an ihn, es ausdrücklich sagt, wenn er vielleicht im Sinne habe mit diesem Schiff die Rückreise zu machen, so solle er es ihn wissen lassen. Darauf will er nun im keinem Fall eingehen und ich merkte schon wo der Wind herkam und daher unerließ ich auch daselben Tag an Sie zu schreiben, wie ich den Vorsatz hatte. Ich habe daher bis jetzt es anstehen lassen, ohne auch nun eine positive Antwort mittheilen zu können. Seitdem sagt er täglich etwas anderes und gestern sprach er wieder von Einrichtungen zum Winther. Die Baronesse ist seelenfroh und meint er gehe nun ganz bestimmt, aber die gute Dame will u will nicht einsehen, mit ihr auf keinem Fall, er spricht sich zu bestimmt darüber aus und selbst die Reise mit der Fregatte könnte ihm verleitet worden wenn sie sich mit einsetzt, Dabei leben sie anscheinend in der besten Harmonie. Ich schreib Ihnen das damit Sie höchstens Orts darüber sprechen können und damit man seine Maßregeln dar nach einrichtet kann. Vorbehaltend so wie etwas vorfällt oder bestimmt ist, ich nicht unterlassen werde darüber zu berichten. Ihnen soll ich übrigens [aufs] herzlichste von Thor. grüßen und Sie ersuchen in seinem Namen be[x] unserm König des Gesuch zu machen [ließ ich], seine Sachen nach Kopenhagen zu begleiten und zu dem Ende die Reise mit dem Schiff machen zu können. Hierbei bitte ich Sie, sollte dieses Begehren bewilligt werden, höchstens Ort, bemerklich zu machen daß ich dann freie Reise und ein Zimmer, mir schmeichle zu erhalten. Wie ich Thor. bemerklich machte, daß wenn er reist und das Schiff wieder zu seiner Vorfügung gestellt werde, so wäre solches Gesuch unnöthig, aber darauf will er keine bestimmte Antwort geben. Wie ich heute morgen lange lange über alle seine Affairen mit ihm, er noch im Bett, sprach, bemerkte er auf die Reise wieder, lassen sie uns nicht daran denken es ist noch so lange hin. Es war Bissen mit Familie im Vorschlag gebracht bei ihm hinzuziehen, welches der Baronin annehmbar schien, aber [wie] sie merkte, daß er dadurch vielleicht wieder heimisch in seiner Wohnung werden könnte, brach sie die Unterhandlung schnell ab. Es ist hier ein Intriguiren und Wirthschafften zum Edel, dabei fühle ich mich durch das auf dem Sopha liegen, so unwohl, daß ich das tolle Treiben überdrüßige bin. Wußte ich nicht daß Thor. mir wohl wollte und hätte ich nicht die höchste Achtung und Liebe für ihn, ich würde mich schon längst zurück gezogen haben. Ueberhaupt habe ich diesen Winter Sachen erleben müssen, die mir nicht im Traume eingefallen sind. Seiner Zeit mündlich mehr. Auf Ihren Brief zurück. Das Vorwärtsschreiten seines Museums interessirt Th. sehr und er spricht oft davon, auch daß seine Gegenwart gewiß das Ganze befördern würde. Wegen Bille Brahe habe ich Th. Ihre Worte gesagt, da ich aber die ganze Affaire nicht weiter kenne so kann ich bloß seine Aeußerung melden, er schien nemlich mit der gegebenen Auskunft zufrieden und sagte, det er god. Mit Matthiae habe ich auch gesprochen. Die Büste von Holberg ist fertig und er dankt Ihnen für die Mittheilung daß die Direktion der Universität die Bestellung anerkannt hat und honnoriren wird für die Sendung der Büste mit der Fregatte werde ich seiner Zeit sorgen. Sollten Sie an M. die 150 Species dafür nicht durch Anweisung auf Thor. wie mit dem Geld von Dr. Hartmann und [R]einholm übermachen können so lassen Sie es mir gefälligst wissen, [und] ich werde M. das Geld gegen Quitung vorstrecken, im Falle er es nöthig haben sollte. Bei dem so bewandten Umständen, im Falle Thor. wirklich reisen sollte, glaube ich wäre es gut wenn man scholl dort durch Arbeiten zurück zu halten bemüht sey, denn unendlich viel wäre dort zu vollenden, und wo dann Arbeiter hernahmen. Sein, nemlich Thor. Apostel St. Andreas ist fast fertig, aber wie er den letzter St. Thadeus ohne Hülfe vollenden will begreife ich nicht. Viele Grüße von allen Landsleuten und besonders von meinem guten Bissen. Es sind hier diesen Winther an 60 Dänen vorsammelt, ohne jene zu gedenken die zu Ostern noch kommen. Treschow wird in 4 Tagen erwartet. Bei Stampe ist jetzt Alles wieder besser. Bitte unsern Bindesböll vorbindlichst zu grüßen und ihm zu sagen was ich beitragen kann den verehrten Künstler zu bewegen die Rückreise zu machen soll geschehen, damit er bei dem Bau seines Museums gegenwärtig seyn kann. Zum Schluß noch mein Vorschlag von Thor. er wollte mit mir zurückreisen und ich solle ihm sodann wieder hierher begleiten, Bei diesen Gedanken ist er fast, wieder nach Rom zu gehen. Ich halte es überflüßig zu bemerken, dies Alles uns unter zusagt zu haben, weil jedoch ein drittes es leicht als Spott auf den Verehrten auslegen dürfte so bitte ich um Geheimhaltung.

Ihre Befehle entgegen sehend verharrt mit Hochachtung
Ew Hochwohlgeboren
ergebenster
J. Bravo.

Mit Einpacken geht es langsam vorwärts u nach der letzten Aeußerung soll alles fort.

Arkivplacering
m35 V, nr. 59
Sidst opdateret 10.05.2011 Print