Arkivet, Thorvaldsens Museum

 
No. 9627 af 10185
Afsender Dato Modtager
Johan Bravo [+]

Afsendersted

Rom

25.5.1844 [+]

Dateringsbegrundelse

Dateringen fremgår af brevet.

Eksekutorerne for Thorvaldsens bo [+]

Modtagersted

København

Modtagerinfo

Ingen udskrift

Tilskrift: An die Herren Testaments Executoren / des verstorbenen Hr. Conferenzrath / Thorvaldsen / in / Kopenhagen

Resumé

Kommentarerne til dette brev er under udarbejdelse.

Ank. 8. Juni. No 87 Rom 25 Mai 1844

In Bezug auf unser letztes Schreiben, vom 21 d. haben Unterzeichnete die Ehre zu melden, daß wir gestern in aller Form, mit Notar und Zeugen, das Inventar in der Wohnung des verstorbenen Conferenzrath Thorvaldsen angefangen, nachdem die Riegel von Hr. v Kolb, sowohl dort als in seinen Ateliers, abgenommen und provisorisch von dem Notar versiegeln ließen. Wir sind durch keine Weise durch irgend eine Einsprache bei dieser Operation gestört und hoffen auch keine für die Folge gewärtig zu seyn, da Frau v. Paulsen wohl endlich nicht mehr den Rathschlüssen der römischen Advokaten gehör giebt. Durch den Vorabend der morgen eintreten Festtage (Pfingsten) sind wir heute so wie morgen und übermorgen, verhindert mit dem Inventar fortzusetzen, doch am 28 d. soll dieses vom Morgen an, bis Abend, bis wir fertig geschehen, geschehen [sic].

Von Torlonia hat Bravo heute auch keine Antwort erhalten können, welche Bedingungen er stellt um die bei ihm deponirten Gelde beziehen zu können, da dessen Advokat sich noch nicht darüber ausgesprochen hat. Wir werden nicht verfehlen, so bald als möglich ist, darüber zu berichten, als Hr. v. Kolb dabei behülflich zu seyn.

Wegen Matthiae bitten wir uns sowohl als wegen Wittmer und den folgenden Anfragen Verhaltungsbefehle aus:

Matthiae, wurde von Thorvaldsen, die Ausführung eines knieenden Engels, für einen Hr. Jacobi in Lübeck, übertragen. Das Modell dazu ist vom dem [sic] Verstorbenen in Kopenhagen modelirt und Matthiae, brachte es von dorther mit nach Rom. Er sollte im Ganzen 1200 Scudi dafür, vollendet in Marmor erhalten. Durch Thorvaldsen, als dessen Arbeit es gelten sollte, erhielt er hierauf 600 Scudi. Seit es fertig ist, hat er mehrere Male an Thorvaldsen geschrieben ohne Antwort zu erhalten. Aus einem Brief der Barorinn [sic] Stampe hat er erfahren daß Thorvaldsen, kurz vor seinem Hinscheiden, von Hr. Jacobi, weitere 300 Scudi erhalten, welche sich in Thorvaldsen seinem Nachlaß vorgefunden haben müssen. Er wünscht nun daß ihm diese zugestellt werden und ersucht die Herren um Ihre Meinung ob er sich um den Rest der andern 300 Scudi direkt an Hr. Jacobi wenden soll oder ob die Herren Executoren dieses betreiben wollen, da alles unter den Namen von Thorvaldsen gegangen ist. Das Modell, als von Thorvaldsen gemacht werden wir für das Museum in Anspruch nehmen.

Witmer, erhielt 1838 den Auftrag von Thorvaldsen ein Bild zu malen, Esop, wie er seine Fabeln erzählt. Dieses Gemälde mit vielen Figuren, sollte 80 Louisd’or kosten und wenn Thorvaldsen bei seiner Zurückkunft auch mit dem Gemälde zufrieden war, so gefiehl es ihm doch nicht daß es auf Holz gemalt war, gab indessen dem Künstler 50 Louisdor mit dem Beding eine Replik auf Leinewand zu machen, und wenn er Jemand fände der das Erste kaufen wollte so könne er es thun. Thorvaldsen’s plötzliche Abreise 1842 verhinderte sowohl das Eine als das Andere, indem Holbeck keine Order hatte es ihm zu geben. Er verlangt jetzt daß man ihm die fehlenden 30 Louisd’or giebt oder ein anderes Bild zu 50 Louisd’or von ihm nimmt und den Esop zurück stellt. Er hat einen Brief von der Baroninn Stampe in Händen, der in Namen von Thorvaldsen geschrieben ist, womit er sich legitimiren kann. Uebrigens hat er an Bravo mündlich erklärt, er wolle sich um die Sache zu beenden, mit 100 Scudi, statt der 30 Louisdor gleich 130½ Scudi, zufrieden stellen

Der Zeichner Camia hat sich gemeldet eine Federung, irren wir nicht, von 100 Scudi an Thorvaldsen zu haben worüber er Zeugen habe. Wir haben ihm erklärt ohne daß er sich schriftlich an uns wendet, könnten wir nichts annehmen.

Leopoldo Fabris, hat zwei Werke Italia und Galleria Biblica auf Subsription [sic] herausgegeben, auf welche der Verstorbene sich unterzeichnet hat, von diesen hat er erhalten, Italia bis Heft 18, und Galla Biblica Heft 8 An Holbeck hat er abgeliefert

Italia – 19 bis 38 Heft a 46 Baj.
Galeria Biblica 9 bis 18 a 54 “
Scudi 9.20 “ 5.40
Scudi 14.60

welche sich in seiner Wohnung vorfinden, aber nicht bezahlt sind. Seitdem sind erschienen, vom Ersten, bis zum 89 Heft u dem Zweiten bis 36 Heft. Das Ganze wird vollendet 1) 145 Hefte u 2) 45 Hefte ausmachen. Er meint man werde dem Andenken des großen Künstlers, dies bewilligen und befehlen das Ganze anzunehmen.

Riccis Gutachten, wegen Kolb’s Ansprüche im Namen des Königs von Württemberg, lautet, als bloßes Geschenk ohne Schrift sind sie vor den hiesigen Gerichten ungültig. Als Donation müßten sie durch einen Notaren abgefaßt und durch einen Gerichtshoff bestätigt seyn. Wenn Thorvaldsen nicht im hiesigen Testament etwas darüber gesagt oder etwas Schriftliches hinterlassen hat, so gelten keine Zeugen für diesen Fall. Uebrigens glauben wir beide nicht, daß er irgend etwas unternimmt und gerne auf den Vorschlag eingehen wird, wenn man ihm Abgüsse (Calchi) von den Originalien giebt und der dahingegen sich verpflichten von denjenigen Sachen die früher nach Stuttgart geschenkt sind und die das Museum nicht hat, Abgüsse verschafft.

Mit Hochachtung die
Befehle entgegen sehend
ergebenst
Philippi AV Ricci
I. Bravo.

[På den anden led i venstre margen på førse side:]
Fremlagt i Cftr Thorvaldsens Bo d 13deJuli 1844

GustBrock

Arkivplacering
Landsarkivet for Sjælland, Landsover- samt Hof- og Stadsretten, Københavns Skiftekommission, Eksekutorboer 1790 – 1919, pk. 445, nr. 87
Personer
Leonardo Camia · Filippo Ricci
Sidst opdateret 30.08.2013 Print