Arkivet, Thorvaldsens Museum

 
No. 9571 af 10185
Afsender Dato Modtager
Johan Bravo [+]

Afsendersted

Rom

19.4.1844 [+]

Dateringsbegrundelse

Dateringen fremgår af brevet.

Eksekutorerne for Thorvaldsens bo [+]

Modtagersted

København

Modtagerinfo

Ingen udskrift

Tilskrift: An die Herrn Executoren / des Testaments des sel. Conferenzrath / Thorvaldsen in / Kopenhagen

Resumé

Kommentarerne til dette brev er under udarbejdelse.

Rom 25 April 1844.

No 45

In Bezug auf mein letztes Schreiben, vom 19 d. M. habe ich die Ehre zu melden, daß am 23 d. wiederum eine Unterredung zwischen Hr. Kolb, Ad. Ricci und mir statt fand, bei welcher Hr. Kolb meinte, man müsse irgend einen Schritt thun um ein Auftreten des Sachwalters der Frau v. Paulsen, (des Ad. Buti,) zu verhindern. Gegen seine frühere Aussage behaupte Hr. Kolb, daß er für Nichts stehen könne, wenn nicht entsiegelt werde, doch auch dieses schien ihm nicht rathsam und wie er am Ende erklärte daß er mich wohl bei der dänischen Regierung im Fall des Unterlassen vertheigen [sic] könne, aber nicht gegen die hiesige Regierung schützen und seine frühere Aussage als ein Mißverständniß auslegte, so ließ ich die Sache fallen, da doch nichts entschieden wurde. Nun gab ich Ad. Ricci den Auftrag sich bei den Advokaten der fremden Legationen zu erkündigen, wie diese sich in solchen Fällen benehmen und ich ging gestern zu den österreichschen Ambassadeur, Graf Lützow, dessen Schutz ich gleich nach Ankunft der Trauerpost von Thorvaldsens Ableben, so dessen Nachlaß als mich selber empfohlen hatte. Der Graf hatte grade einen Brief aus Kopenhagen vom Graf v. Reventlow-Criminil erhalten, worin Hr. Dalgas und ich seinen Schutz empfohlen war. Er versprach Alles zu thun was in seinen Kräften stehe, mir mit Rath und That behülflich zu seyn. Dieses soll ich den Hr. Testament Executoren mit seiner Hochachtung versichern. Jetzt kann ich Ihre weitere Verhaltungsbefehle ruhig entgegen sehen und sollte der Ad. Buti Schritte thun, so reicht auf mein Verlangen der Graf v. Lützow eine Note an den Cardinal Staatssekretär ein, welche uns gegen seine Anmaßungen schützt.

Adv. Ricci hat mir die Antwort so eben gegeben, daß in Uebereinstimmung der Rechtgelehrten von verschiedenen Legationen, diese erklärt, daß ich eigentlich ganz allein ohne Notar oder Consul entsiegeln oder nicht, so wie das Inventarium machen kann, an dem die Executoren in Kopenhagen mich zu allem was nöthig sey, autorisirt haben. Jetzt da ich im Verein mit Ricci nun meiner Sache gewiß bin, lasse ich alles, wenn nicht unvorher gesehene Umstände eintreten und eine Entsiegelung nöthig machen, bis Ihre Antwort eintrift, ruhen.

Morgen früh ist mit dem Ad. Buti, Ad. Ricci und mir eine Besprechung anberamt, in welcher ich ihm auf das Bestimmte fragen werde mit welchem Recht er eigentlich gegen uns verfahren will. Ich bleibe bei meiner früheren Aussage, wenn er glaubt Ansprüche für seine Clientin zu haben, so soll und muß er sich nach Kopenhagen wenden. Ich hoffe ihm begreiflich und deutlich machen zu können, daß er mit Recht hier gar nichts thun kann, da wie ich annehme das Testament von Sr Maj. dem König confirmirt ist, also Gesetzkraft erlangt hat. Er soll sich gedulden bis eine getreue Uebersetzung der Donation, so wie des Codicills hier eintrift, wenn er meine Copia in dänischer Sprache nicht glauben will. Dann werde ich zu Frau Paulsen gehen oder eine geeignete Person hinschicken und ihr vorstellen lassen, daß sie sich in kein Unternehmen inlassen soll welches ihr nur zu schaden gereichen kann und muß. Die Versicherung sowohl von ihrer Seite als von Adv. Buti, daß sie keinen Proceß anfangen wollen, stimmt nicht mit ihren Handlungen zusammen, da der Ad. Buti, schon bei Torlonia war um Beschlag auf das dort stehende Geld zu legen. Doch Torlonia antwortete ihm er wisse nicht mit welchem Recht er dies thun könne, doch wenn er diese habe so müßte dies auf Wegen des Gerichts geschehen, so nehme er dies nicht an. Auf sein Anfrage wie groß die Summe sey, erhielt er zu antwort [sic], daß sie nicht befugt wären einem Dritten daüber [sic] Auskunft zu geben.

Jetz da ich des Schutzes des österreichschen Botschafters sicher bin, hoffe ich, im Verein mit Ricci, wird alles zur Zufriedenheit der Hrn Testament Executoren beendet werden. Ihre Befehle engegen sehend, werde ich nicht unterlassen, alles was vorfällt zu berichten, mit diese Versicherung verharrt hochachtungsvoll

ergebenst
I. Bravo

[På den anden led i venstre margen på første side:]
Fremlagt i Cftr Thorvaldsens Bo d 23 Mai 1844

GustBrock

Arkivplacering
Landsarkivet for Sjælland, Landsover- samt Hof- og Stadsretten, Københavns Skiftekommission, Eksekutorboer 1790 – 1919, pk. 445, nr. 45
Personer
Gustav Edvard Brock
Sidst opdateret 29.07.2011 Print