Arkivet, Thorvaldsens Museum

 
No. 5479 af 10239
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Instituto di corrispondenza archeologica [+]

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Rom

26.2.1831 [+]

Dateringsbegrundelse

Dateringen fremgår af bilaget.

Hermann Härtel [+]

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Rom

Resumé

Kommentarerne til dette brev er under udarbejdelse.

B
Num. 104. Signor dottore Härtel.

INSTITUTO DI CORRISPONDENZA ARCHEOLOGICA.
Roma li 26 febbraio 1831.

Ew Wohlgeboren schätzbarer Theilnahme an der Beförderung deutscher Studium in Rom und Ihrer speziell an unser Institut gerichteten Anfrage, was die litterarischen Hülfsmitteln desselben am meisten abgehe, verfehlen wir nicht mit nachstehenden Zeilen zu begegnen.
Es wäre überflüßig Ihnen zu wiederholen was Ihnen aus eigner Erfahrung mehr als hinlänglich bekant seyn wird: daß eine Bibliothek welche für den hausliche Gebrauch bisher vergünstigt, in Rom wie in ganz Italien fehlt; daß die Bibliotheken welche mit nicht geringer Beschränkung unumgänglicher Festtage und Freistunden dem allgemeinen Gebrauch offen stehen, von ausländischen und besonders von deutschen Werken der lezten sechzig Jahre entbloßt sind; daß es dem gebildeten Manne höchst schwer wird bei solcher Hemmung mit den wissensch[a]ftlichen Fortschritten des Auslandes einigermaßen bekant zu bleiben, während der Gelerhte der für wissenschaf[t]lichen Forschungen Rom und Ita Rom und Italien, bereist oder bewohnet, schon oftmals am Hindernisses eines Büchermangels, den er in solchen Maße nicht ahndete; die beste Frucht seines Bemühungen verlor.
Später als die zahlreichen Stimmen des deutsch lesenden Publicums die Gründung einer seit ungefähr 10 Jahren bestehenden Leihebibliothek für Deutschen in Rom veranlaßten, ist auch jenes Bedürfniß bibliothekarischer Hülfe für die alle[r]dings stets geringen, aber nach ihrer Wichtigkeit für die Fortschritte der Wissenschaft und für die Ehre deutscher Nation so unglaublich arm (nicht bloß an Ausgaben der Klassiker und an antiquarischen Erläuterungsschriften, sondern selbst an Texten der griechischen und römischen Schriftsteller und an grammatisch-lexikalsche Hülfsmitteln), daß uns eigentlich alles was dahin einschlägt und die Erläuterung antiquarischer Realien einigermaßen berührt, äußerst wilkommen seyn muß. Diese Aeußnung dürfen Ew Wohlgeboren bei Ihren und Ihrer Freunde großmuthigen Vorhaben der deutschen Forschung in Rom deutsche Hülfsmittel zu eröffnen, buchstäblich nehmen; da wir den nicht unerheblichen aus Italien und Frankreich uns zugekommenen Geschencken, denen wir oben Erwähnung thaten, von neuere Büchern deutschen Druckes bisher nicht hinzufügen konnten als die zwei neusten Werke des Prof. Müller und e[tl]iche Textabdrucke der Tragiker, so bedarf es keines auszuges unsers Bücherverzeichnisses, indem hier nicht nur von Lücken, sondern wörtlich noch kaum von einen Anfrag die Rede ist. Haben Sie daher Gelegenheit uns aus dem Bereich deutscher Buchverwerths Mittheilungen zu veranlassen, so werden wir Sie uns bitten bei eine oder der andere dafür umschlagenderer Auswahl hauptsächlich folgende Gesichtspunkte als die unsres dringendsten Bedürfnisses im Auge zu behalten:
1) daß von griechischen und römischen Klassikern selbst eine Reihenfolge korrekten Texte uns willkommen, vorzügliche Ausgaben jedweder Klassikers uns wünschenswerth, kritische und erblickende Ausgaben jedoch uns, hauptsächlich der griechischen und römischen Dichter, Historiker und Grammatiker, uns vor allen begehrenswürdig sind.
2) daß nächst den griechischen und römischen Grammatikern, Lexikophen und Scholasten uns auch die Hülfsmittel der neuesten grammatischen und lexikographischen Werke Deutschlands völlig abgehen.
3) daß von Werken über antiquarische Realien uns zwar zunächst diejenigen wichtig sind, welche alle Kunst und Kunstdenkmäler, die Geographie und Topographie hauptsächlich zu beachtende Zahl nordlicher Forscher in Rom zur Sprache gekamen. Ein [xxxxx] dazu hat sich [xx] [xxxxxxx] unter dem Schütze eines deutschen Prinzen durch Verbindung der ausgezeichnetsten Archäologen Europas zur Kentniß und Erläutung der Denkmäler des klassischen Bodens gegn+eideten Institut gefunden; denn vorhand die bereits an dritten Jahre bestehenden Jahrbücher desselben durch ihr weit verbreitetes Publikum und durch ihre für die archäologische Litteratur umweitesten Sinn übernommene Verpflichtung zahlreiche Sendungen neu erschienenen Schriften als Eigenthum des Instituts bewahrt, hat andereseits die wissenschaftliche Bedeutung jener Druckschiften und dies auch in Italien offenkundige Bedürfniß bibliotheke[ra]rischer Beihülfe zur würdigen Fortsetzung einen solchen Unternehmens, erhebliche Schenkungen für den Zierd eines archäologischen Bibliothek im Besitz unseres Instituts veranlaßt.
Auf solcher Weise Es besizt diese erst seit Jahr und Tag entstehende Bibliothek um ohngefähr zweihundert ihr vorzügligten Werken mehreren bedeutende französische und italienische Kupferwerke (wie die des Prinzen v Canino, der Hl Blonat, Hittorff, Pano[x]k[x], Riepenhausen &c), zahlreiche Schriften des angesehensten italienischen Antiquaren, wie denen die HH Fea, Guarini, J[xxx], Ver[xx]gleoli ihre sämtliche Werke, des Münzkenner Sestini und anderen einem beträchtlichen Theil derselben Schriften; endlich die meisten archäologischen Schriften Welche seit 1829 datieren: Material genug um unter dem Schütz erleuchter Namen und Autoritäten welche die Existenz des Instituts selbst vorbringen, auch dieser Büchersammlung ihre gewissenhafte und gemeinnützige Aufbewahrung, so wie den in Rom beschäftigten Forscher manche bedeutende Hilfe zuzusichern; aber allerdings bei weitern nicht noch beim Grundlage für das Gedeihen plammäßiger antiquarischer Studium in Rom. Zu einer solchen nämlich fehlt uns mehr als irgend etwas anderes ein philologischer Apparat wie ihn nur Deutschland gewöhnen könte; und in diesem Brauch sind wir der alten Welt, seiner Münz- und Inschriftenkunde betreffend, außerdem aber alle Untersuchungen uns angehen, welche sich über Religion, Geschichte, Staatskunde, Philosophie und Litteratur der alten Welt in mehr oder weniger Allgemeinheit verbreiten.
4) daß die Entfernung von der Fortschritten deutscher Litteratur uns auch die Erwickelung solcher periodischen Schriften sehr dankenswerth machen müßte, welche litterarischen F[o]rschungen in Allgemeinen und besonders die der historisch-philologische Litteratur berühren.

Mögen Ew Wohlgeboren und Ihre Freunde Sich im voraus unsers [xxxx]endlichsten, und im Fall Sie es uns gestatten öffentlichen Dankes für jeder Beihilfe versichert halten, welche Sie auf die angedeutete Weise die in Rom hauptsächlich durch deutsche Gelehrte seit länger Zeit zur Vortheil und zur Ehre deutscher Wissenschaft gepflegten antiquarischen Studium zu verschaffen Gelegenheit hätten, und mögen Sie jedenfalls bei sicher Gelegenheit die Versich[e]rung unsrer [xxx]gst begründeten Hochachtung genehmigen

Direktion des archäologischen Instituts
Bunsen, GeneralSecretär
Kestner Archivist
Thorwaldsen
Gerhard Sekretär des Instituts.

Generel kommentar

Brevet er et bilag til Gerhards brev af samme dato.

Arkivplacering
Staatsbibliothek zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz, Slg. Härtel
Personer
Jacques-Ignace Hittorff
Sidst opdateret 25.04.2016 Print