Arkivet, Thorvaldsens Museum

 
No. 5504 af 10225
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Frederik Thaarup [+]

Afsendersted

København

9.4.1831 [+]

Dateringsbegrundelse

Dateringen fremgår af det tidsskrift, hvor teksten oprindeligt blev trykt.

Omnes
Resumé

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Fr. Westin, Köngl. Schwed. Hof- und Historien-Mahler.

In den »Mittheilungen“ Nr. 7. 8, wurden einige Notizen „über die schönen Künste in Schweden“ aufgenommen, wobei auf die vorhandenen literarischen Quellen hingewiesen wurde. Eine spätere Schrift ist unter dem Titel: “De skjønne Kunsters Tilstand i Sverrig, fra Gustaf den Tredies Thronbestigelse indtil den nyeste Tid, af J. P. Miller. Kjøbenhavn 1831. 72 S. 8.” (Zustand der schönen Künste in Schweden von der Thronbesteigung Gustaf des IIIten bis auf die neuesten Zeiten, von dem Hrn. J.P. Miller) herausgegeben worden; aus welcher folgende Skizze hier als erste Fortsetzung jenes Artikels, einen Platz erhalten mag.

„Friedrich Westin, Director, Professor und Mitglied der Köngl. Academie der bildenden Künste zu Stockholm, Ritter des Wasa-Ordens etc., ist in genannter Hauptstadt in den Achtziger Jahren geboren. Er ist Sprößling einer sehr reichen Familie. Er genoß in seiner Jugend erst den Unterricht des Prof. Pasch, darauf den des Herrn Masrelier. Im Jahr 1804 erwarb er sich die erste academische Prämie; jedoch schätzte man eben nicht sonderlich weder seine für diese Preisbewerbung gelieferte Arbeit, noch einen Theil der zunächst darauf folgenden. Es glaubte wohl zu der Zeit kaum irgend Jemand, daß Westin sich zum Rang eines der ausgezeichnetsten Historien-Mahler seiner Zeit emporschwingen würde. Man nannte seine Gemählde nur Zeichnungen; man fand sein Colorit ohne Haltung und seinen Pinsel saftlos; man erwartete nichts Bedeutendes von seinem übrigens bekannten Fleiße, seiner Kunstliebe. Langsamen, aber sichern Schrittes, ist inzwischen dieser Künstler vorwärts gedrungen und genießt gegenwärtig des Ansehens eines Meisters in einem Fache, welches so viel Zeit und so große pecuniäre Opfer kostet.
Wir führen Hier von den Jugendarbeiten Westins nur folgende an: Hagar in der Wüste, vom Engel getröstet, Preisaufgabe, die bei selbiger Gelegenheit von Laureus und Sandberg behandelt wurde. 2) _Cornelia, welche ihre Rinder als ihr kostbarstes Geschmeide vorzeigt.

3)Narciß, der sich in der Quelle spiegelt.
4)Diana und Endymion.
5) Simson und der Löwe.

Der Zeitpunkt seines Ruhms beginnt mit dem Jahr 1809, da er Agreirter der Academie wurde. Ein großes (5 Ellen langes und 4 Ellen breites) historiirtes Gemählde, das die gräfliche Familie von Schwerin darstellt, dem Haupt derselben, Hrn. Grafen und Probst v. Schwerin zugehörend, zeigte seine Stärke in der Composition und -Vollendung in der Zeichnung.

Von den übrigen größern und am meisten bewunderten Gemählden verdienen folgende einer Erwähnung: 1) Minerva und die Musen bewillkomnen Carl Johann bei seiner Ankunft in Schweden; 1810 gemahlt; 2) die Horen: Mittag, Abend, Morgen und Nacht. Diese vier mit Recht gerühmten Gemählde sind zu Rosenberg als Thürstücke in dem Schlafgemach des Königs angebracht. Auf dem erstgenannten lenkt Apollo den Wagen der Sonne; einem Genius ist seine Lyra anvertraut. Auf dem 2ten wird Diana auf ihrem Wagen von zwei Rossen gezogen; der Mond erhellt die Scene. Auf dem 3ten kündigt Aurora die Ankunft der Sonne an; die Göttinn streut Blumen umher, begleitet von freundlichen Zephyren; die Nachtvögel eilen davon. Man erblickt auf dem 4ter eine schöne, in einen sternbesäeten Schleier eingehüllte Gestalt, in deren Schooß der Schlaf und heitere Traume schlummern. — 3) und 4) Portraits in Lebensgröße von dem Könige Carl Johann und von seinem Sohne. Diese, wie alle Portraits von der Hand unsers Künstlers, sind verschiedentlich beurtheilt worden: leider! opfert er gerade diesem Fache, für welches die Natur ihm weniger Anlage, als für das der Historienmahlerei verliehen hat, viel Zeit auf!

Herr Westin hat jedoch seine größte Popularität dem Altargemählde in der Kirche Ulrike-Eleonorens auf dem Kungsholmen zu danken: es stellt die Auferstehung Christi dar. Die Composition dieses herrlichen Gemähldes ist groß und kühn, der Styl erhaben und edel, die Ausführung des erhabenen Gegenstandes würdig. Außerordentlich glücklich hat der Künstler den Heiland mit einem starken Lichtglanz umgeben, gegen die Finsterniß des Grabes lieblich abstechend, aus welcher der Herrliche mit göttlicher Majestät, mit himmelwärts erhobenem Blicke empor schwebt, den entmuthigten, durch den Eindruck des Wunders zur Erde geworfenen Kriegsknechten zum furchtbaren Schrecken. Im Hintergrunde wird man durch nächtlichen Nebel Jerusalem gewahr. Dort scheint alles noch im Schlaf versunken, die Freunde Jesu ausgenommen, nämlich Maria, die Mutter Jacobs, Maria Magdalene und Salome. In Trauerflor gehüllt nahen diese. Sie kommen, um einem unglücklichen, ihnen durch den Tod entrissenen Freunde ihre letzten Dienste zu weihen. — Herr Westin hat aber andere Altargemählde, z. B. das in der St. Jacobs Kirche zu Stockholm, und das für die Kirche zu Söderhamn, verfertigt. Dies letztere stellt den Heiland am Oelberge dar, und zwar in dem Moment, wie der Engel zum Trost des Betenden vom Himmel herabsteigt; man sieht im Vorgrunde die schlafenden Jünger; in der Ferne naht schon Judas mit der Wache. Die Gestallt des Heilandes zeichnet sich durch die dem Könige des Lichts eigenthümliche milde Majestät aus, sein Antlitz trägt den Ausdruck kindlicher Ergebung in den Willen des himmlischen Vaters. Der auf einer Wolke darniederschwebende Engel senkt tröstend die eine Hand dem Heilande entgegen, und zeigt mit der andern gen Himmel, woselbst dem Kämpfenden bald die Siegerkrone wird gereicht werden.

Ein Gemählde des Herrn Westin, das unleugbar von großen Kunstwerth ist, besindet sich im Cabinet des Kronprinzen auf dem Königl. Schloße. Es ist eine von dem Mahler (über vier Zeilen in einem Gedichte Tegner an den Kronprinzen, bei der Zurückkunft Sr. Köngl. Hoheit aus Deutschland) ausgeführte Allegorie; nämlich über folgenden Gedanken:

“Wenn Mailaub lispelt auf unsern Linden,
“Bei’m Lied der Wachtel auf schatt‘gem Strand,
“Dann kömmt auch Sie, mit den Frühlingswinden,
“Und mit den Schwänen, nach Sagas Land.” .

Diese Aufgabe hat der Künstler auf folgende Art gelöst:
Die Fürstinn naht, getragen auf einer leichten, nach den Launen der Zephyre leise hin und her schaukelnden Wolke, welche die Gratien und Liebesgötter, von einem feinen Rosengewebe umwunden, emporhalten; vor Ihr flattern die Vögel des Lenzes, deren bunt schimmerndes Gefieder ein sinnreiches Emblem der Unschuld und Liebe sind. Die olympische Gestalt der Prinzessinn beugt sich der Küste mild entgegen, welche sie als ihr neues Vaterland begrüßt, das Land, wo sie künftig über alle Herzen, nicht weniger durch ihre Anmuth als Tugend, herschen wird. Die ganze Natur scheint diesen Tag zu feiern. Unter einem dichtbelaubten Baum, dessen alternde Zweige von ihrem skandinavischen Boden Zeugniß ablegen, erblickt man die “Saga“, neben einem Runenstein, sitzend. Mit der einen Hand hebt sie langsam den Schleier, welcher ihre Gestalt umhüllt, und blickt liebevoll den Genius des Vaterlandes an, in der andern Hand den Runenstab führend.

In den spätesten Zeiten hat Herr Westin sich auf Verfertigung von Portraits meistentheils eingeschränkt- eins der vorzüglichsten ist das der Kronprinzessinn mit dem einen Erbprinzen, nämlich dem Herzog von Schonen, auf dem Schooße. So ist auch ein historiirtes Portraitgemählde der Famile des Kammerhern v. Schinkel wohlgelungen. Es ist inzwischen sehr zu bedauern, daß der Künstler auf diesen Abweg gerathen. Als Historienmahler hat er es an den Tag gelegt, daß er für dieses Kunstfach die wichtigsten Eigenschaften in höherem Grade, als je irgend ein anderer schwedischer Mahler, besitze. Als Portraitmahler steht er auf einem höchst untergeordneten Punkte. Hr. v. Breda, Hr. Kraft, und Hr. Sandberg u. A. haben Portraits von unvergleichlich größerem Werthe geliefert. Von Hrn. Westin erwartet man die — vielleicht schon geschehene — Vollendung einer großen historischen Composition, deren Gegenstand die Vermählung des Kronprinzen ist.

Die bei dem Hrn. Westin hervorstechenden Vorzüge sind: Correctheit und Schönheit der Zeichnung; lebendiger, und rascher Ausdruck; eine reiche, sinnreich geordnete Composition; feiner, feuriger Pinsel. — Im Sommer des Jahrs 1827 besuchte Herr Westin Kopenhagen.“

Generel kommentar

Dette er en trykt tekst, der blev udgivet i Kopenhagener Kunstblatt.

Arkivplacering
Thorvaldsens Museums Småtryk-Samling 1831, Kopenhagener Kunstblatt 9.4b
Sidst opdateret 25.06.2015 Print