The Thorvaldsens Museum Archives

 
No. 8731 of 10181
Sender Date Recipient
NN [+]

Sender’s Location

Mainz

1.7.1841 [+]

Dating based on

Digtet er dateret både 30.6.1841 og 1.7.1841. Det mest sandsynlige er, at digtet blev fremført ved den store fest, som byen Mainz afholdt for Thorvaldsen 1.7.1841, hvor den officielle hyldest fandt sted i modsætning til dagen før, hvor hyldesten var mindre formel.

Omnes
Abstract

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Die

Buchdrucker

der Stadt Mainz

an

Albert Thorwaldsen,

bei seiner Anwesenheit dahier

den 30. Juni, den 1. Juli 1841 u. f.

–––––––––


Großer Mann! Erhört ist unsre Bitte,
Wir erblicken Dich in unsrer Mitte. –
Alle Kinder Deiner Kunst
Zeugen höchste Gottesgunst,
Und wie fruchtbar ist Dein Schaffen
Mit des Geistes Zauberwaffen!
Was nur Deine Hand berührt
Wird in’s Leben eingeführt,
Und so stehen Hesperiden
Deiner Wunderfrüchte voll,
Und, im Reih’n der Parnassiden
Krönt zum Meister Dich Apoll.

Das Unsterbliche auf Erden
Wird durch Dich erst recht verbürgt,
Deine Weihe muß erhärten,
Was die Zeit sonst stürzt und würgt.
Und so hast Du uns zur Freude
Unsern Gutenberg gestellt,
Daß er in dem Zeitenstreite
Als der Weisheit Molo hält. –

Was Johannes hat erfunden
Wird zwar nimmer unterjocht,
Weil es − selbst bei Todeswunden −
Gegen jeden Dränger pocht.
Licht des Himmels, reiner Klarheit
Licht des Rechtes und der Wahrheit
Leuchten von der Presse aus;
Ihren Schutzgeist hat die Presse,
Der sich drängen, doch nicht fernen läßt,
Der Verdunkler Feueresse
Nie zerstört den Druckasbest. −

Aber Gutenberg wird nimmer
Aus dem Blick’ uns nun entzoh’n,
Deiner steht im Erzesschimmer
Auf dem festen Marmorthron;
Unsre Offizinen schützen
Wird die treue Bibelhand
Und der Kunst gewalt’gen Stützen
Zeigen sich im Fascesband. –

Noch nach hundert Jahren stehen
Unsre Enkel vor dem Bild,
Das wir hier vor Augen sehen
Mächtig-groß und edel-mild.
Noch nach hundert Jahren winden
Unsre Enkel Dir den Kranz,
Die bei Gutenberg sich finden,
Reihen sich zum Feiertanz.

Länger als die Tiziane
Und als Michelangelo,
Lebe, mächtiger Titane,
Unter Apolls Segensfahne,
Mit den Deinen heiter, froh,
Unter neuen Schöpfungsgaben
Ein Jahrhundert vollauf noch;
Kurze Frist Dem Leben doch,
Ewig will die Welt Dich haben.
Fodert Dich die Geisterwelt,
Wirst Du Höchstem gleichgestellt.
Gott wird den Gesellen lohnen,
Dem Verdienste seine Kronen!

General Comment

Denne digt er trykt i et hæfte. Digtet blev sandsynligvis fremført 1.7.1841, hvor Thorvaldsen blev hyldet af byen Mainz.

Archival Reference
M18,46 (Thorvaldsens Museums Småtryk-Samling 1841)
Persons
Bertel Thorvaldsen
Works
Last updated 12.07.2019 Print