The Thorvaldsens Museum Archives

 
No. 7443 of 10237
Sender Date Recipient
Rudolf Freitag [+]

Sender’s Location

Napoli

Information on sender

Lysbrunt segl.

16.2.1838 [+]

Dating based on

Dateringen fremgår af brevet.

Bertel Thorvaldsen [+]

Recipient’s Location

Rom

Information on recipient

Udskrift: Herrn Herrn Thorwaldsen / Ritter mehrerer Orden / in / Rom.

Abstract

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Hochverehrter Herr!

In der Hoffnung das Sie verehrter Herr nach einer Reihe von Jahren die seit meiner Abreise von Rom verflossen sind sich noch meiner errinnern werden bitte ich zuvörderst unterthänigst, wenn ich mir die Freiheit nehme Ihre mir so vielfach erwiesene Güte abermals anzurufen und zwar in einer Angelegenheit welche über mein künftiges Schicksaal und Glück entscheiden kan.
Vertraungsvoll flehe ich Sie um Ihren gütigen Rath und Beistand an, mögen Sie auch dießmal meinen Anliegen Gehör schenken und dadurch den aufrichtigsten Dank, zudem ich mich gegen Sie verpflichtet fühle vermehren.
Sie waren so gefällig mir zu erlauben mehrere Ihrer Arbeiten in Marmor kopiren zu lassen, als die Nacht, die Büste von Alexander et und gaben mir auf einige modellirten Figuren Amor der Tauben trängt, eine tanzende Baccantin so vortheilhafte Zeugniße das ich von meiner Vaterstadt Breslau mehrere Jahre hindurch Unterstützung erhielt, mit dieser väterlichen Fürsorge machten Sie mir es möglich, daß ich von Anno 25 bis 30 mich unter Ihrer Leitung bilden konnte.
Jugendliche Unvorsichtigkeit vielleicht, streckte mich mehr den 18 Monate auf das Krankenlager, meine Exestens hörte auf und das Schicksaal führte mich nach Pompei. Schon hatten Sie mir das Auge für das ware schöne geöffnet, und ich brachte den größten Theil dieser Zeit, mit der wärmsten Liebe für die Antike in ihrer Beschauung und Nachahmung zu. Späther fand ich Gelegenheit auch in eigenen Arbeiten mich wieder zuversuchen, und hab eine Anzahl von Büsten bedeutender Männer theils lebend, theils nach dem Tode, in Gips und Marmor zur größten Zufriedenheit der Besteller und Kunstkennern ausgeführt. Gegenwärtig bin ich an der Büste des verstorbenen Sohn des hiesigen Rusischen Gesandten beschäftigt.
Se. Hoheit der Prinz Bernard von Sachsen hat sich nehmlich Gipsabgüsse von den silbernen Tatzen und den tanzenden Faune hier erbethen, und diese Abgüsse werden diese Woche fertig.
Se. Hoheit würde vielleicht geneigt seyn diese Abgüsse dem Or[i]ginal gleich in Bronze ausführen zu lassen, könnten Sie mir verehrter Herr zu dieser Arbeit verhelfen ehe diese Abgüsse von hier versendet werden, so wäre mir auf einmal aufgeholfen, und könnte spätherhin wohl sehr oft diese Abgüsse in Bronze kopiren die in alle Theile, von Europa gingen und mir einen Nahmen machten.
Was das ziselliren betrifft habe ich mich schon in meiner Vaterstadt, und späther in Wien damit beflissen.
Ich hab den Prinzen hier nicht kennen gelernet, und mein Schreiben an ihm, würde ohne einer besonderen Anempfehlung von Ihnen zweckloos sein.
Und somit Hochverehrter Herr empfehle ich mich wiederholt Ihrer gütigen Beschützung und versichere Sie so in voraus das wärmsten Dankes für Alles was Sie in dieser für mich so wichtigen Gelegenheit zu thun die Güte haben wollen.
Genehmigen Sie zugleich die Versicherung meiner ausgezeichneten Hochachtung und Ergebenheit

Ihr

Neapel d: 16t. Februar
1838
ergebenst dankbarer
Rudolf Freitag
Archival Reference
m22 1838, nr. 8
Last updated 10.05.2011 Print