The Thorvaldsens Museum Archives

 
No. 6617 of 10185
Sender Date Recipient
Gottlieb Götze [+]

Sender’s Location

Suhl

Information on sender

Rødt laksegl med aftryk af Gottlieb Götzes signet med initialerne GG.

3.3.1835 [+]

Dating based on

Dateringen fremgår af brevet.

Bertel Thorvaldsen [+]

Recipient’s Location

Rom

Information on recipient

Udskrift: Sr. Hochwohlgeboren / dem Präsidenten der Acade- / mie St. Luca, etc& / Herrn Ritter Thorwald- / sen / zu Rom / via sistina in casa Buti
d. Güte.

Abstract

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See Original

Hochwohlgeborner,

Hochzuverehrender Herr!

Da der Herr Professor Richter, Director des Gymnasiums in Schleusingen eine Reise nach Rom macht, so benutze ich sein mir gemachtes Anerbieten zur Besorgung eines Briefes zu einigen Zeilen an Sie, hochverehrter Herr. Meine Hauptabsicht bei diesem Briefchen ist, Sie ganz gehorsamst zu bitten, dem erwähnten Ueberbringer bei Beschauung Ihrer herrlichen Kunstwerke u der sonstigen Merkwürdigkeiten Roms, so viel dies nemlich ganz ohne Störung in Ihren Geschäften geschehen kann, mit Rath gütigst an die Hand zu gehen, was derselbe gewiß nicht mißbrauchen wird.

Von meinem ungeheuren Unglück, daß ich nemlich stockblind geworden u dadurch als Künstler gänzlich vernichtet bin, werden Sie gehört haben. Was mich dabei noch einigermaßen ermuthigt mein Leben zu ertragen, ist der Umstand, daß ich sowohl durch eigene Ersparniß als auch durch die gütige Fürsorge meiner Vorgesetzten, in den Stand gesetzt bin, leben zu können und deshalb niemand zur Last zu fallen. Auch lebe ich nicht unter fremden Leuten, sondern im Kreise meiner Verwandten in meiner Vaterstadt Suhl, demohnerachtet aber ist mein Unglück zu fürchterlich, als daß ich mir nicht jede Stunde von ganzen Herzen den Tod wünschen sollte, den ich nun freilich in Ruhe erwarten muß. – Die Ihnen durch den Professor Zahn, seiner Zeit zugesendeten Steindrücke werden Sie hoffentlich richtig erhalten haben. Sollten Sie vielleicht noch Exemplare von der einst geschnittenen Medaille, auf Sieselbst, zu haben wünschen, so wird wohl der Herr Münzmeister Klipfel i Berlin, der die Stempel in seiner Verwahrung hat, die Güte haben, die Besorgung derselben zu übernehmen, wenn Sie deshalb an ihn schreiben. Ich kann freilich in meinem hülfslosen Zustande gar nichts mehr dabei thun, thun dagegen aber auch auf allen & jeden Gewinn von der Ausprägung der Medaillen Verzicht, so daß Sie blos die Kosten für das Ausprägen, über welche Sie sich mit dem Münzmeister Klipfel zu vereinigen hätten, zu zahlen brauchen.
Da ich indessen weiß, wie schwierig diese Medaillen auszuprägen sind so bin ich sehr gerne erbietig, etwa entstehende Zweifel, wenn mir dieselben durch Sie oder durch Hr Klipfel mitgetheilt werden, schriftlich nach Möglichkeit zu berichtigen, nach weitere Hülfe dabei zu leisten, macht mir meine totale Blindheit gänzlich unmöglich. Ich bitte Sie, mir dieserhalb nicht einen Mangel an guten Willen schuld zu geben, sondern meiner Versicherung zu glauben, daß ich auch in meinem Unglück gerne bereit bin, zu dienen, wo ich kann u stets mit ehrerbietigster Hochachtung bleiben werde

  Ihr
  ganz gehorsamster Diener.
Suhl im Hennebergischen
den 3 März
1835.
 
  Götze
Münz Medailleur
Archival Reference
m20 1835, nr. 19
Last updated 10.05.2011 Print