The Thorvaldsens Museum Archives

 
No. 899 of 10239
Sender Date Recipient
Bertel Thorvaldsen [+]

Sender’s Location

Rom

27.2.1810 [+]

Dating based on

Dateringen fremgår af brevet.

Ludwig 1. [+]

Recipient’s Location

München

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Udskrift:

Abstract

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No. 2.

Durchlauchtigster Kronprinz
Gnädigster Fürst und Herr.

Es war mir ungemein lieb, aus dem Schreiben Ew: Königl: Hoheit No. 2 von 16t. Januar zu ersehen daß, Höchstdieselbe in Hinsicht des Ankaufes des Fauns mit mir ebenderselben Meinung sind. Man begnügt sich indeßen mit der Statue des Herkules und läßt jene bis auf weiters stehn. Für den Herkules bin ich über die Art des Ankaufs mit Sr. Exl: dem Herrn Minister bereits übereingekommen, und es sind unter der Hand solche Maasregeln genommen worden, die diese Statue Ew: Königl: Hoheit bestimmt zusichern. Nur muß man behutsam zu Werke gehn und hierin nicht zuviel Eile zeigen, sonst würden die Eigenthümer geflissentlich auf dem überspannten Preiß bestehn, der ohnehin aller wahrscheinlichkeit noch auf 2.500 Scudi wird festgesetzt werden müssen.
Über den Bachuspriester im Hause Braschi habe ich schon mit dem Hl: Galerieinspektor Dillis persönlich umständliche gesprochen, und wiederhole hier blos daß dise Statue in ihrer Art ein ausgezeichnetes schönes und einziges Kunstwerk ist, und allerdings verdient in die Kunstsammlung Ew: Königl: Hoheit aufgenommen zu werden. Über den Preiß dieser Statue konnte ich bis her noch nichts bestimmtes erfahren; In keinem Fall würde ich dieselbe so hoch ansetzen wie den Herkules, bestimmt nicht mehr als die Hälfte darauf bieten.
In Betreff der schon angekauften kleinere Kunstwerke vom zweiten Range für Ew: Königl. Hoheit wäre ich der unmaaßgeblichen Meinung, dieselbe der Sammlung ohne Anstand beizufügen, und sie nie wieder wegzugeben, und jener aus folgende Grunde. Es ist beinah unmöglich daß in einer Sammlung antickes Bildhauerrei alle Werke von einem gleichvollkommene Werthe seyn können, theils wegen der Wahl der verschiedenheit der Gegenstände die absichtlich dieselbe aufgenommen werden müßen, theils in Hinsicht auf die Kunstepochen der sie ihr Entstehen, ihre Vollkommenheit, oder ihrer Verfall, zu verdanken haben, und die bei einem ähnlichen Unternehmung niemals vernachlässigt werden dürfen. Ferner wird das Vollkommen an der Seite ds Mittelmässigen im rechten Lichte und wahrem Werthe erscheinen, und seiner Rang mit desto ungetheilteren Beifall behaupten. Endlich gestehe ich Ew: Königl: Hoheit offenherzig daß die Zeiten zum Verkauf in Rom iezt äusserst ungünstig geworden sind, und schwerlich würde man für die zu veräußernde Kunstwerke die Hälfte ihres Werthes erhalten können. Hiegegen bin ich versichert, daß wenn man sich noch einige Monate geduldet, man mit einer Summe baaren Geldes nach und nach die besten und ausgezeichnetsten Kunstwerke aus den Vornehmsten Häusern Roms um sehr billige Preise wird ankaufen können, Sowohl Malerei als Skulptur.
Indem ich hiemit noch die hohe Ehre habe Ew. Königl: Hoheit anzuzeigen, daß sich die Statue des Adonis ihrer gänzlichen Vollendung genähet hat, bin ich mit tiefster Hochachtung und ergebenster Dienstwilligkeit

Rom d. 27. Febr: 1810. Ew. Königl: Hoheit


gehorsamster A. Thorwaldsen.

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Archival Reference
Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Geheimes Hausarchiv München, Nachlass König Ludwig I., I A 40 IV
Last updated 07.01.2013 Print