The Thorvaldsens Museum Archives

 
No. 9720 of 10219
Sender Date Recipient
Redaktørerne ved Allgemeine Zeitung
Bertel Thorvaldsen
25.7.1844 [+]

Dating based on

Dateringen fremgår af dokumentet.

Omnes
Abstract

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Dänemark.

Kopenhagen, 25 Jul. Aus den gestern publicirten Verhandlungen der hiesigen Bürgerrepräsentanten über Thorwaldsens letzte Willensbestimmungen entnehmen wir folgendes. In dem Testament mit dem Schenkungsbriefe heißt es: 1. Meiner Vaterstadt Kopenhagen schenke ich alle mir gehörenden Kunstgegenstände, sowohl diejenigen die jetzt (December 1838) schon in Kopenhagen sind, als den weit größern Theil der noch in Rom ist, zugleich mit allem was noch bis zu meinem Tode hinzukommen mag, das Ganze bestehend in Statuen und Basreliefs in Marmor und Gyps, antiken Vasen, geschnittenen Steinen, Pasten, Sachen von Bronze und von Terracotta, Medaillen, Malereien, Prachtwerken, gestochenen Kupferplatten, Kupferstichen und Lithographien, Handzeichnungen, Büchern und sonstigen den Wissenschaften und schönen Künsten angehörenden antiken und modernen Gegenstanden. Diejenigen meiner Arbeiten welche s. Z. von der Commission zum Aufbau des Christiansburger Schlosses und der Frauenkirche bestellt und zum Theil schon an den Orten ihrer Bestimmung aufgestellt wurden, sind, wie sich von selbst versteht, nicht darunter begriffen. Diese meine unwiderrufliche Schenkung ist folgenden Bedingungen unterworfen: a) daß alle oben angeführten Gegenstände ein einziges abgesondertes Museum bilden, welches meinen Namen tragen soll, so daß dasselbe unter keinem denkbaren Vorwande mit andern Sammlungen vermengt, und ebenso wenig vermindert oder verändert werden darf; b) daß die Stadt Kopenhagen ein besonderes passendes, gegen Feuersgefahr gesichertes Local für dieses Museum einrichten lasse; c) (Vorbehalt späterer Änderungen behufs der Einrichtung eines solchen Locals, falls dieselbe auf Schwierigkeiten stoßen sollte); d) daß die bei meinem Tode etwa unvollendeten Statuen und Basreliefs auf Kosten meines Nachlasses durch Hrn. Prof. Freund und Hrn. Pietro Galli, meinen Schüler, ausgeführt und dann dieser Schenkung einverleibt werden, §. 2. Vermächtniß von 40,000 Rbthlr. Silber (30,000 Thlr. preuß.) Capital, dessen Renten seiner Adoptivtochter und deren Descendenten ausgezahlt werden sollen. §. 3. Vorbehalt specieller Legate. §.4. Zulage von 12,000 Rbthlr. für jedes der Kinder seiner Adoptivtochter etc. §. 5. Bestimmung daß aller sonstige Nachlaß an Mobilien etc. realisirt werden und der Erlös der Obervormundschaft in Kopenhagen überliefert werden soll, um die Renten davon den lebenden Kindern und Descendenten der genannten Adoptivtochter als den Universalerben zukommen zu lassen. Falls alle aussterben, sollen auch diese Renten dem Museum zufallen und zu Bestellungen von Kunstwerken für dänische Künstler verwandt werden. §. 6. Bestimmungen in Betreff der Testamentsexecutoren, mit dem Wunsch daß der Magistrat der Stadt Kopenhagen stets einen aus seiner Mitte ernennen möge um an der Verwaltung Theil zu nehmen. Kopenhagen, 5 Dec. 1838. (Gez.) Albert Thorwaldsen.” ‒ Zusatzbestimmungen. Nachdem das für meine Kunstgegenstände bestimmte Museum mittelst der dazu gesammelten Summe von 60,000 Rbthlr. und eines betrachtlichen Zuschusses von meiner lieben Vaterstadt nunmehr nach meinem Wunsche so weit gediehen ist daß es im laufenden Jahre wird eingerichtet werden können, so sehe ich mich veranlaßt “folgendes nachträglich zu verfügen: die Ausführung nichtvollendeter Arbeiten wird, anstatt der genannten HH. Freund und Galli, dem Hrn. Prof. Bissen übertragen, der zugleich zum Mitexecutor des Testaments ernannt und um Leitung des Museums in künstlerischer Hinsicht gebeten wird. Der § 5 wird ganz aufgehoben, und daher verfügt daß alles was ich bei meinem Tode hinterlasse meinem Museum zufallen soll, mit Ausnahme dessen worüber ich noch bis zum Belauf von 4000 Rbthlr. bis dahin anders verfügen möchte. Alle Kunstfachen sollen ins Museum aufgenommen, alles übrige zu Geld gemacht und in den Museums-Fonds angelegt werden, dessen Renten zu Bestellungen bei dänischen Künstlern verwendet werden sollen, in der Absicht die schönen Künste in Dänemark zu befördern und mein Museum mit den dafür ausgeführten Arbeiten zu bereichern, mit der ausdrücklichen Bestimmung jedoch daß die Capitalien unveräußerlich bleiben und unter keinem Vorwand irgend einer Art vermindert oder verbraucht werden sollen. Zu dem erwähnten Museums-Fonds ist bereits der Grund gelegt worden mit einem Capital von 25,000 Rbthlr. die ich dem Museum geschenkt und den Testamentsexecutoren überliefert habe, und deren Zinsen verwendet werden sollen zur Anschaffung dessen was zur innern Verschönerung des Museums und zur zweckmäßigen Aufstellung der Kunstsachen erforderlich ist. Es soll ein vollständiger Katalog aller Kunstsachen des Museums angefertigt und gedruckt werden. Dabei wird die Hoffnung ausgedrückt daß die Gemeindeverwaltung der Stadt stets Sorge tragen werde daß das vom Architekten Bindesböll ausgeführte kostbare Gebäude des Museums auch auf Gemeindekosten hinfort in gutem Stande erhalten werde, wie andrerseits die Erhaltung und Vermehrung der Kunstwerke selbst aus den eigenen Mitteln der Stiftung bestritten werden wird. Die Testamentsexecutoren sind gegenwärtig die HH. Conferenzrath Collin, Justizrath Thiele, Prof. Clausen, Prof. Schouw, Prof. Bissen und ein Mitglied des Kopenhagener Magistrats. Diese werden ermächtigt, im Fall einer von ihnen ausfallt, dessen Nachmann zu ernennen, welche Ermächtigung gleichmäßig auf die Nachmänner übergeht. Gleichwie die gegenwärtigen Executoren diese Mühe aus Freundschaft für mich und Liebe zur Kunst unentgeltlich übernommen haben, so nehme ich an daß es auch deren Nachmänner ohne irgend eine Vergeltung thun werden. Tritt einer der jetzigen ab, so wird deren Zahl im ganzen auf fünf beschränkt, und für die künftigen Wahlen soll es als Regel gelten daß unter den Executoren immer zwei Professoren der Akademie der schönen Künste, ein Mitglied des Kopenhagener Magistrats und mindestens Ein Gesetzkundiger seyn soll etc. Den Vorsitz führt jedesmal derjenige welcher am längsten in dieser Function war, und bei etwaiger Meinungsverschiedenheit entscheidet die Stimmenmehrheit. Kopenhagen, 25 Jan. 1843. (Gez) Alb. Thorwaldsen.”

General Comment

Denne tekst blev trykt i Allgemeine Zeitung, Nr. 217. d. 4.8.1844.

Archival Reference
Thorvaldsens Museums Småtryk-Samling 1844, Allgemeine Zeitung 4.8.
Subjects
Thorvaldsen's Wills
Persons
H.W. Bissen · H.N. Clausen · J.F. Schouw · Just Mathias Thiele · Bertel Thorvaldsen
Last updated 29.05.2015 Print