The Thorvaldsens Museum Archives

C.E.F. Weyse, Altona and Copenhagen

  • Carsten E. Hatting, arkivet.thorvaldsensmuseum.dk, 2001
  • This is a re-publication of the article:

    Carsten E. Hatting: ‘C. E. F. Weyse, Altona and Copenhagen’, in: Meddelelser fra Thorvaldsens Museum (Communications from the Thorvaldsens Museum) p. 2001, p. 127-135.

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Resümee

Der Komponist C. E. F. Weyse (1774-1842) wurde in Altona geboren und verbrachte dort seine Jugendjahre. Als 15 jähriger kam er nach Kopenhagen, um bei dem Hofkapellmeister J. A. P. Schulz Unterricht zu empfangen. Schon früh hatte er sich komposi torische Fähigkeiten erworben. In Kopenhagen wurde er rasch bekannt und erlangte im Musikleben der Stadt, wie kaum ein anderer zuvor, hohes Ansehen. Hier lebte er auch zeit seines Lebens. Lediglich zu kleineren Ausflügen in das umliegende Seeland hatte er die Stadt verlassen.

In den bekannten älteren und neueren Musiklexika wird Weyse mal als »dansk komponist«, als »dänischer Tonsetzer«, mal als »dänischer Komponist deutscher Herkunft« oder als »Danish composer of German extraction« bezeichnet. Gestellt und beantwortet wird die Frage, wie er sich selbst gesehen hat, als Deutscher oder als Däne. Deutsch war seine Muttersprache, das Dänische erlernte er perfekt, wie dies u.a. seine zahlreich überlieferten Briefe belegen. Er traf mit mehreren Dichtern des Goldenen Zeitalters zusammen, deren Gedichte er einfühlend vertonte. Vor allem ist er als »Schöpfer der dänischen Romanze« in die Musikgeschichte eingegangen – einer Gattung, die mehr als jede andere den dänischen Charakter widerspiegelt. Das Referat beleuchtet die verschiedenen Lebensabschnitte Weyses, dokumentiert anhand von Aussagen seiner Freunde sein deutsches und dänisches Sprechen sowie sein zweisprachiges Schreiben, wie es aus Briefen und aus Akten hervorgeht, nicht zuletzt wie diese Zweisprachigkeit auch in seinen Vokalkompositionen unüberhörbar zum Ausdruck kommt.

Jene Frage nach der nationalen Zugehörigkeit, die nach seinem Tode, vor allem seit dem Kriege von 1848-1850 bedeutsam wurde, war ihm offenbar weniger wichtig. Oehlenschläger und Heiberg schreiben gerne von seinem deutschen Erbe und seiner späteren, nahtlosen Einpassung in die dänische Identität, davon also, daβ er ein Däne geworden sei. Weyse scheint dem mehr Gewicht beigemessen zu haben, daβ er sein ganzes Leben lang innerhalb der Grenzen eines Landes wirken durfte, und dies als treuer Untertan ein und desselben Königshauses, das über ein Reich regierte, dessen gröβte Städte sein Kopenhagen und sein Altona waren.

Last updated 11.05.2017