Arkivet, Thorvaldsens Museum

 
No. 3047 af 10185
Afsender Dato Modtager
Sulpiz Boisserée [+]

Afsendersted

Stuttgart

14.9.1822 [+]

Dateringsbegrundelse

Dateringen fremgår af brevet.

Bertel Thorvaldsen [+]

Modtagersted

Rom

Modtagerinfo

Ingen udskrift.
Tilskrift: Herrn Bildhauer Thorvaldsen / königl dän: StaatsRath OrdensRitter &c / Hochwohlgeboren in Rom.

Resumé

Kommentarerne til dette brev er under udarbejdelse.

Se original

Der lebhafte Beifall, den Sie, hoch verehrtester Herr und Freund, den lithograph. Werk über unsere Sammlung geschenkt haben, hat uns die herzlichste Freude gemacht, und ich hätte Ihnen gleich auf Ihren lieben Brief vom 30te. Mai geantwortet, wenn wir nicht den Wunsch gehegt, die Antwort mit einer neuen Sendung zu begleiten.

Jetzt endlich bietet sich eine schikliche Gelegenheit dar: Mein Landsmann Hittorff von Köln, HofbauMeister des Königs von Frankreich macht die Reise, und bringt Ihnen die 5te. Lieferung nebst einen Blatt der 6te. Die Gegenstände sowohl als die Ausführung dieser Blätter werden Ihnen wenigstens ebenso sehr, und wohl noch beßer als der ersten Sendung gefallen.

Nehmen Sie auch diese Kleinigkeit zum Andenken von mir meinem Bruder und unserm Freund Bertram gütigst an, und glauben Sie, daß es aus die innigste Genugthuung gewährt, Ihnen durch diese ersten Proben unseres Werks ein Zeichen geben zu können, von der unbegränzten persönlichen Verehrung, mit welcher uns Ihre Bekanntschaft erfüllt hat.

Durch Ihr Verlangen, auf das ganze Werk zu subscribiren setzen Sie uns einigermaßen im Verlegenheit, weil Hr Strixner daran Antheil hat. Indeßen, da wegen der großen Anzahl der Sub[s]cribenten keine einzelnen Blätter und Lieferungen verkauft werden können, so freut es uns, daß dieser Umstand wenigstens unserm Geschenk der Fünfersten Lieferung eigene Werth giebt.

Das Exemplar, wofür Sie subscribiren wollen, schiken wir Ihnen nun bis Vollendung der 6te. Lieferung vollständig von der ersten Lieferung an in den gewähltesten Abdrucken und zu dem anfänglichen Preis. Hr Hittorff konnte die bis jetzt fertigen 5 Hefte nicht mitnehmen, weil bei den übrigen Sachen, die er im Wagen hat, das Paket gar zu groß geworden wäre. Er wird Ihnen das erste und ein Theil des Zweiten Hefts von meinem Werk über dem Dom von Köln zeigen. Hoffentlich wird er Ihnen auch den französ. Text dazu mitbringen, denn dieser ist wunderlicher Weise früher gedrukt werden, wie der deutsche.

Ich schmeichle mir, daß diese erste Abtheilung meiner Schrift über Untersuchungen über die alte Kirchenbaukunst, Ihre Aufmerksamkeit feßeln, und Ihr Theilnahme gewinnen wird. Sie finden darin die Symbolik des KirchenGebäudes und die Ideen, welche man bei Ausschmükung desselben mit Bildwerken befolgte, aus den zuverläßigsten Quellen nachgewiesen. Es herrscht darin der tiefste philosophische und poetische Geist, ohne und Sie werden sich auch hier überzeugen, daß unsere kunstreichen Altvordern als Christen und als Denker ganz andern Kerle waren, denn unsere christeln den Phantasten, welche die Bedeutung immer nur im allerenthemtesten und wunderlichsten suchen. –

Doch genug hievon, Sie werden sie schon lesen, und wenn Sie wirklich aus meinen Forschungen etwas schöpfen können, was Sie befriedigt, so werden Sie mir es ebenso offen sagen, als Ihren Tadel. Darum bitte ich aufrichtig und inständigst.

Meinen Freund Hittorff empfehle ich Ihnen aufs angelegentlichste; er hat mir mit dem redlichste Eifer die grösten Dienste in der Direction des DomWerks gethan. Ohne sein ganz freiwilliges bearbeithen, wäre ich genöthigt gewesen, meinen Aufenthalt nach Paris zu verlegen, um alle die Schwierigkeiten zu überwinden, welche die Unzuverläßigkeit und Treulosigkeit der Pariser Kupfersticher und anderer Mittelspersonen mir in dem Weg gelegt haben.

Mein Freund genießt übrigens als decorirender Architekt ein großes Zutrauen in Paris, und steht mit einem andern Architecten an der Spitze aller Architecten, welche für die großen festins und StaatsFeierlichkeiten ausgeführt werden. Ich werde es Ihnen immer Dank wissen, wenn Sie auch diesen Freund dem ich so sehr verbunden bin, Gnädigst aufnehmen wollen.

Wir stehen dagegen Ihren Freunde und Empfohlenen zu der Zeit mit gröster Freude zu Diensten.

Für die Nachricht von Ihren neuen Werken danken wir herzlich. Welche bewunderungswürdige Thätigkeit entwikeln Sie! Das ist wahrhaftig eine der Schönsten Gaben, die das höchste Glück auf dieser Erde gewähren. Könnte ich nur endlich einmal meine Sehnsucht befriedigen, und das unvergänzliche Rom besuchen.

Mein Bruder, Bertram, Dannecker, Rapp und seine Familie empfehlen sich alle Ihrem freundlichen Andenken.

Grüßen Sie H Begasse von uns, und wenn Sie erlauben wollen, daß er eine kleine Skizze von Ihrem Christus macht, so sagen Sie ihm, daß wir sie in einen Brief zu erhalten wünschten, ganz flüchtig blos um das Motif und die Idee zu sehen.

Von ganzer Seele

Stuttgart am 14 Septbr Ihr treu verehrender
1822 Sulpiz Boisserée.
Arkivplacering
m7 1822, nr. 48
Thiele
Ikke omtalt hos Thiele.
Emneord
Anbefaling eller introduktionsskrivelse, øvrige
Personer
Jacques-Ignace Hittorff
Sidst opdateret 21.04.2016 Print