10.2.1841

Sender

Wilhelm Ternite

Sender’s Location

Berlin

Recipient

Bertel Thorvaldsen

Recipient’s Location

København

Information on recipient

Ingen udskrift.

Dating based on

Dateringen fremgår af brevet.

Abstract

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Document

Höchstverehrter Herr Conferenz Rath!

Ewr Hochwohlgeborn erlaube ich mir in der Angelegenheit meines Pompejanischen Werkes mich noch einmal zu nähern.
Der gefeierte Name Thorwaldsen nimmt mir nicht den Muth dazu, er giebt mir ihn, es ist ja nicht bloße Bewunderung es ist die innigste hingebenste Verehrung die Jeden zu Ihnen zieht, die besonders mich übermächtig erfüllte, der ich einst die unvergeßliche Freude hatte Ihnen nahe su stehen, und gerade in einer Zeit als mein Lieblingskind, jenes Werk geboren wurde, das ich jetzt mit herzlichem Vertrauen in Ihre Arme lege. Das 2te. Heft ist jetzt erschienen, leider ohne Text da Ottfried Müllers Tod, ein Verlust für Europa, auch mein Werk hart betraf; Welcker in Bon dem Verstorbenen innig befreundet in Leben und Streben, Gelehrsamkeit und Gesinnung verspricht ihm Ersatz zu sein, und wird die fehlende Erläuterungen nachliefern, und alle künftigen geben. Darf ich nun wohl die Hofnung wagen, daß Sie Höchstverehrter Gönner mir bey Sr Majestät Ihrem Könige die Erlaubniß auswirken Allerhöchstihm die beyden ersten Hefte überreichen zu dürfen? und auch sonst dahin wirken, daß das Werk Aufnahme bey den öffentlichen Kunstanstalten findet?
Ich erfülle, wenn ich seine Verbreitung befördern, wie ich glauben darf, eine Pflicht gegen die Jünger der Kunst, denn in ähnlicher Treue haben wir, / das war ja auch Ihr mich so innig beglückendes Urtheil / die pompejanischen Wandgemälde bisher noch nicht gesehen, – ich erfülle aber auch eine Pflicht gegen meinen Verleger, der mit großen Opfern diese Blätter ins Leben treten ließ, und nur denn einige Schadloshaltung finden kann, wenn öffentliche Institute sie anschaffen, da aus wenig Privatpersonen Sinn und Mittel dafür haben.
Ich weiß wohl wie Ihre Minuten der Welt angehören, und wage deshalb kaum auf das zu hoffen, was mir die höchste Freude wäre, auf ein paar antwortende Zeilen, aber vielleicht hätten Sie die Gewogenheit den Bescheid unserm Gesandten an Ihrem Hofe Herrn Schoutz v Ascheraden zukommen zu lassen ?
Was Sie auch thun, meine Dankbarheit ist Ihnen gewiß, meine Verehrung aber keiner Steigerung fähig, genehmigen Sie denn die teifgefühlte Vesicherung der selben, mit der ich zeitlebens bin

Ewr Hochwohlgeborn

Berlin
den 10te. Februar 1841.
ganz ergebenster
W. Ternite

Archival Reference

m24 1841, nr. 5

Last updated 10.05.2011